Heiligung, Wandel im Geist, Kampf
des Glaubens – was bedeutet das?
von Markus Reins
Natürlich haben die Erkenntnisse, die wir aus den vorausgehenden
Themen gewonnen haben, auch eine praktische Komponente in unserem
Leben.
Es geht hier nicht alleine um ein „theoretisches“ Erkennen und
Akzeptieren einer Wahrheit, es geht um einen völlig neuen, sehr
realen Lebensstil.
Das, was ich hier schreibe, ist nicht „meine Theologie“ – es ist die
Frucht praktisch erfahrener Realität in meinem, sowie im Leben
anderer Menschen.
In den letzten Jahren habe ich in unzähligen Kontakten die Erfahrung
gemacht, dass das „Volk Gottes“ über diesen äußerst wichtigen
Themenkomplex entweder gar kein Wissen, oder sogar falsche
Vorstellungen hat.
Die Folge davon sind Traurigkeit statt Freude, Niederlagen statt
Sieg und Qual statt Freiheit – wie viele Gläubige sind ein Spielball
finsterer Mächte, anstatt den Sieg in Jesus zu ergreifen, dem Bösen
zu widerstehen und das Terrain im Glauben zu erobern.
Wie viel Potential liegt brach, und wird nicht aktiviert, weil wir
von Unwissen oder Falschinformation blockiert werden.
Der Prophet Hosea klagt:
Mein Volk kommt um aus Mangel
an Erkenntnis. – Hos. 4, 6
Es ist darum ganz wichtig, dass
unser Glaube auf dem Fundament Gottes steht. Es geht hier nicht um
theologische Anschauungen – dies sind nur Gedankengebäude von
Menschen. Es geht hier darum, dass du den Heilsplan Gottes, dass was
ER will und meint, für dich als Wahrheit erkennen kannst.
Denn nur die Wahrheit Gottes wird dich freimachen (Joh. 8, 32) –
menschliche Theorien oder Theologien, Philosophien und Anschauungen
mögen zwar ein „netter Zeitvertreib“ sein, solange sie nicht an der
Wahrheit geprüft werden - aber sie werden jämmerlich versagen, wenn du
in der Realität des Kampfes gegen die „Fürsten und Gewaltigen der
Himmelswelt“ stehst:
Denn unser Kampf ist nicht
gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die
Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die
geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt. – Eph. 6, 12
Doch sind wir jetzt schon beim
„Kampf des Glaubens“ gelandet – ich möchte eigentlich gerne, zur
Verfestigung des bisher Erkannten, zuerst mit dem Thema „Heiligung“
beginnen.
Heiligung…
… kommt von der ureigensten Eigenschaft Gottes „heilig“. Sie
beschreibt einen geistlichen Reifungsprozess, der mit der
Wiedergeburt beginnt, und, der ein, menschliche Vorstellung
sprengendes, Ziel hat – die Entwicklung von einem normalen Menschen
hin zu einem Abbild Gottes (2. Kor. 3, 18).
Erinnern wir uns daran, dass die Wiedergeburt die „Schaffung einer
neuen Kreatur“ ist, die gleich einer natürlichen Geburt als Baby
beginnt. Alle Anlagen sind da, müssen aber noch reifen bzw.
aktiviert werden.
Erinnern wir uns auch an unser Gleichnis vom Meer, und die Aussage,
dass die Wiedergeburt, die Schaffung eines neuen Herzens ist, das
mit dem Heiligen Geist erfüllt ist.
Erinnern wir uns daran, dass das Herz zwar das „Zentrum unseres
Seins“ ist, wir aber noch aus anderen „Einzelteilen“ bestehen, die
noch vom „Saft des alten Herzens“ verunreinigt sind.
Diese alten Reste werden in der Bibel als „Fleisch“, „alter Adam“,
„alter Mensch“ bezeichnet. Sofort nach unserer Wiedergeburt beginnt
zwischen dem, vom Geist Gottes regierten Herzen und diesem „Fleisch“
ein erbitterter Konflikt.
Das Herz sehnt sich danach Gott zu gefallen, aber das „Gesetz in
unseren Gliedern“ leistet Widerstand. Paulus drückt dies sehr gut
aus:
Aber ich sehe ein anderes
Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes
widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz
der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
– Rö. 7, 23
Ja, dieser Konflikt wird so stark,
dass es aus Paulus hervorbricht:
Ich elender Mensch! Wer wird
mich retten von diesem Leibe des Todes? – Vers 24
Jetzt könnte man meinen, Paulus sei
total am Boden zerschlagen – aber dem ist nicht so! Paulus kennt die
Diskrepanz zwischen Herz und Fleisch.
Er weiß, dass trotz seiner Verfehlungen, diese eigentlich nicht mehr
zählen, weil er durch das Opfer Jesu ein für alle Mal geheiligt
wurde – ja, noch viel mehr – er weiß, dass er, durch die
Wiedergeburt ein neues Herz empfangen hat, und das er damit die
Fähigkeit besitzt, das Fleisch zu besiegen.
Triumphierend bricht es schon im nächsten Vers aus ihm heraus:
Ich danke Gott durch Jesus
Christus, unseren Herrn! Also diene ich nun selbst mit dem Sinn
(hier meint er das Herz) dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber
dem Gesetz der Sünde. – Vers 25
Er fährt, an diese Aussage
anschließend, in Kapitel 8 fort:
Also gibt es jetzt keine
Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat
dich freigemacht (…dies ist „Perfekt“, es ist vollendet!)
von dem Gesetz der Sünde und des Todes. – Rö. 8, 1+2
Verstehst Du, wie wichtig es ist,
die richtige Erkenntnis über Sünde, unsere Erlösung und Wiedergeburt
zu haben?
Wenn wir hier Bescheid wissen, können wir mit Freude – trotz unserer
Schwachheit – Jesus nachfolgen!
Hier ein Beispiel, welches ich erlebt habe:
Eine Person hatte sich bekehrt und Gott hat dieser Person ein neues
Herz gegeben. Vor der Bekehrung war diese Person sehr tief in Sünde
gefesselt gewesen – unzählige Gebundenheiten und Flüche lagen auf
diesem jungen Leben.
Unter anderem, hatte diese Person geraucht.
Jetzt jedoch hatte Gott das Herz völlig erneuert, und diese Person,
hatte nun eine tiefe Abscheu gegen alles, was mit dem „alten Leben“
zusammenhing. Natürlich bereitete auch das Rauchen dieser Person
Kummer und eines Tage kam sie zu mir:
„Markus, ich will so gerne Gott gefallen, aber da ist dieses
schreckliche Rauchen in meinem Leben. Es ist mir ein Gräuel! Kannst
Du nicht mit mir beten, dass Gott mich davon befreit?“
Da ich jedoch über den Konflikt „Alt versus Neu“ meine eigene
persönliche Schulung von Gott erhalten hatte, sagte ich:
„Nein, dies brauchen wir nicht! Jesus hat dich völlig frei gemacht!
ER hat dein altes Herz entfernt und dir durch seine Kraft die
Möglichkeit gegeben, den „Resten des alten Saftes“ zu widerstehen –
und zu siegen!
Du musst nur lernen, dieses Potential, das Gott dir gegeben hat zu
entdecken und zu aktivieren! Hier ist nicht mein Gebet, sondern
Deine Aktivität erfordert!“
„Stimmt das wirklich? Ich spüre gar nichts davon!“
Nachdem ich versichert hatte, dass dies keine Angelegenheit des
„Spürens“, sondern unseres Glaubens sei, ist diese Person froh nach
Hause gegangen.
Nach ca. einer Woche trafen wir uns wieder, und ich fragte:
„Na, wie hat es geklappt?
Mit strahlenden Augen wurde mir erwidert:
„Stell dir vor, ich habe die ganze letzte Woche nicht geraucht!“
Nun, da ich meine Erfahrungen hatte, gab ich noch ein paar Tipps,
bezüglich des zu erwartenden „Hinfallens“ mit, doch zu meiner
Überraschung (ich hatte nicht damit gerechnet) wurde mir auch in der
nächsten Woche mit strahlendem Blick erwidert: Zwei Wochen ohne
Rauchen! Gelobt sei Gott!
Nun war jedoch das „Auf-die-Nase-fallen“ wirklich überfällig. Wenn
wir in den geistlichen Prozessen erfahren sind, wissen wir, wie hier
Gottes Schulungen laufen J!
Und so war es dann auch. In der nächsten Woche sah ich ein trauriges
Gesicht und mit Tränen in den Augen wurde mir mitgeteilt, dass es
mal wieder „passiert“ sei.
Wie gut ist es doch, wenn wir jetzt Bescheid wissen, wenn uns das
nicht kalt auf dem „falschen Fuß“ erwischt. Wie gut ist es doch,
wenn ein „Baby im Glauben“ jetzt, den richtigen Rat bekommt!
Ich habe dieser Person dann folgendes gesagt:
„Weißt du, ich bin überhaupt nicht überrascht von dieser Nachricht.
Ich habe es erwartet!“
Große Augen schauen mich verwundert an.
„An der Realität deiner Wiedergeburt hat dieser „Reinfall“ nichts
geändert – dein Herz ist das gleiche, wie vor diesem Versager.
Bedenke bitte, dass Jesus dein ganzes Versagen der Vergangenheit,
der Gegenwart – aber auch dein zukünftiges Versagen – vollkommen
bedeckt und gesühnt hat.
Du darfst IHM jetzt dein Versagen bekennen, wieder aufstehen, und in
der Freude an der unfassbaren Liebe Jesu zu dir im Glauben
unerschütterlich weitergehen!
Du hast die Befähigung zum Sieg in dir liegen – und du wirst siegen!
Natürlich nicht durch dein Bemühen – nein, nur durch die Kraft die
du von Gott empfangen hast!“
Seid dieser Zeit – es ist schon ein paar Jahre her – hat diese
Person keine Zigarette mehr angerührt. Es fällt ihr überhaupt nicht
schwer unter anderen Rauchern zu sein – Gott hat einen völligen Sieg
gegeben!
So sieht die Realität eines Lebens aus, welches Gott erneuert hat!
Klar, wir sind nicht perfekt – das neue Herz muss den Sieg erkämpfen
– und wir fallen auch am Anfang.
Doch brauchen wir uns durch unser Fallen nicht entmutigen lassen!
Einfach aufstehen und weitergehen! Jesus hat dich gerecht gemacht
ein für alle Mal!
Diesen Lernprozess, dieses „mehr-und-mehr-entdecken“ meines
geistlichen Potentials, und die daraus folgende Veränderung meiner
Person nennt die Bibel Heiligung!
Alle anderen, besonders vom Katholizismus geprägten,
„Heiligungsvorstellungen“, entsprechen nicht dem göttlichen Plan für
eine neue Kreatur in Christus!
Jedes stöhnende, sich mühen, sich kasteien entspricht nur „unseren
religiösen Vorstellungen“, die dem göttlichen Prinzip der „Errettung
aus Gnade“ zuwider laufen – und damit unter einem Fluch stehen.
Wenn Jesus sagt, dass es der „Weingärtner“ ist, der die Reben
reinigt (=heiligt!!!), dann ist jedes eigene Bemühen Unglaube!
Paulus drückt dies klar aus:
Denn die aus den Werken des
Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. – Gal. 3, 10
(Werke des Gesetzes = eigene Bemühungen den Standard Gottes
erfüllen zu wollen)
So, wie ein Kind ganz von alleine
wächst, seine Fähigkeiten und Begabungen entdeckt und sich so zur
reifen einmaligen Persönlichkeit entwickelt, so wird auch jeder
Wiedergeborene wachsen und reifen.
Der „alte Saft in unseren Gliedern“ wird mehr und mehr vom guten
Saft des, unter der Herrschaft des Heiligen Geistes stehenden
Herzens, verdrängt werden. Jesus wird in uns Gestalt gewinnen.
Aber denken wir an unseren Riesen! Dies kann nur geschehen, wenn wir
uns der Sonne aussetzen – wenn wir uns mehr mit der Herrlichkeit
Gottes als mit unserer Schwachheit und der uns umgebenden Welt
beschäftigen.
Diese Einstellung bezeichnet die Bibel…
Wandel im Geist
Sie sagt:
Ich sage aber: Lebt im Geist,
so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.
– Gal. 5, 16
Da wir eben als Babies geboren
werden, müssen wir dieses „im Geist wandeln“ erst lernen, so wie ein
Kind das Laufen lernt.
Wir müssen lernen, dass dies ein täglicher Kampf ist – und dass es
für uns von entscheidender Wichtigkeit ist, geistlich gesinnt zu
sein:
Aber fleischlich gesinnt sein
ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.
– Rö. 8, 6
Ja, unsere schmerzhaften
„Bekanntschaften mit dem Boden“ - und die daraus folgende
Ernüchterung, sind im Grunde genommen nichts anderes, als die
liebevollen Erziehungsmaßnahmen unseres HERRN!
Es geht IHM darum, dass wir lernen, beständig im Geist zu wandeln.
ER weiß, dass es absolut wichtig ist, dass wir dies verstehen, denn…
wenn wir im Geist wandeln, werden wir die Begierden des Fleisches
nicht vollbringen!
Also ist unser „Versagen“ in Gottes Augen eigentlich ein Segen!
Wieso sollten wir an der Tat verzagen, wenn sie eigentlich schon
vergeben ist, und Gott sie nur als „Erziehungsmaßnahme“ benutzt, die
uns geistlicher machen soll???
Ah, jetzt verstehen wir auf einmal was Paulus meinte als er sagte:
Darum will ich mich am
allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft
Christi bei mir wohne. – 2.Ko. 12, 9
Meine Schwachheit ist – Seine
Kraft in mir! Was will ich mehr!!!
Oh, welche Herrlichkeit! Welch unfassbares Geschenk Seiner Liebe!
Wie ein überquellender Strom wird Freude und Dankbarkeit unsere
Seele durchströmen, wenn wir die Dimension unserer ewigen Errettung
in Christus begriffen haben.
Ja, es stimmt! Wer kann gegen uns sein – wenn ER für uns ist! Oh,
ich brauch mich nicht mehr bemühen – Er hat schon alles für mich
getan… aaalleeeeess!!!
Ihr seht, wir sind gerade sehr praktisch dabei die „Herrlichkeit
Gottes“ anzuschauen!!!
Hier erkennen wir aber auch sehr deutlich, dass es hier ein
Spannungsfeld gibt:
1. Die Realität des Geistes – in unserem Inneren (Herz) verborgen.
2. Die Realität unserer physischen Existenz – sehr dominant und
brutal sich in den Vordergrund drängend.
Aus diesem Grunde, ist ein Wandel im Geist für einen Wiedergeborenen
ein überlebensnotwendiges Muss!
Hier ein weiters Beispiel aus meinem Leben:
Eines Tages klingelt das Telefon, und eine mir bekannte Person
bittet um ein persönliches Gespräch. Sie hat den „inneren Frieden“
total verloren, und Bitterkeit und Verletzung machen sich in ihr
breit.
Oh, wie das neue Herz leidet! Die ganzen letzten Tage hatte diese
Person versucht, dagegen anzukämpfen – aber alles war umsonst!
Weinend sitzt sie vor mir, und sagt voll innerer Not:
„Ich will diese Gedanken eigentlich nicht! Aber ich kann sie nicht
vertreiben! Warum?“
Was war vorgefallen?
Diese Person hatte eine neue Arbeitsstelle angetreten, und gemäß
ihrer inneren Einstellung sich vorgenommen „einen erstklassigen Job“
hinzulegen.
Ihre fachliche Qualifikation und Kompetenz war, den sich
darbietenden Anforderungen, weit überlegen. Ja, sie würde es diesen
Leuten schon zeigen, wie sie alleine – ohne Hilfe – hier Ordnung und
System hereinbringt.
Und dies funktionierte auch! Sie ist eine sehr tüchtige und
disziplinierte Person, welche mit einem starken Willen ausgestattet
ist. Ja, sie erreichte ihre selbstgesteckten Ziele!
Doch es gab ein Problem! Anstatt bewundernder Bemerkungen, wurde sie
nur herumkommandiert. Ja, sahen diese Leute überhaupt nicht, was sie
leistete??? Besonders traf sie der zynisch, kalte Umgangston… und
verletzter Stolz begann sich in ihrer Seele festzubeißen.
Natürlich wollte sie diesen Gedanken keinen Raum geben – und sie
wehrte sich so gut es ging, aber die tägliche Konfrontation mit der
Realität machte die Situation nur noch schlimmer. Sie kam aus dem
Gedankenkreisel der Verletzung nicht mehr heraus.
Als sie mir diese Geschichte erzählt hatte, war mir klar, dass ich
ihr eine sehr unangenehme Wahrheit sagen musste – eine Wahrheit, die
eigentlich ein normaler Mensch sofort entschieden zurückweisen
würde… eine Wahrheit, die nur ein neues Herz verarbeiten konnte:
„Ich kann sehr gut verstehen, dass deine Gebete um Hilfe nicht
wirksam waren! Gott konnte dir nicht helfen, weil das Problem
eigentlich nicht deine Verbitterung ist, sondern viel früher
anfing…“
Große Augen gucken mich, nicht ganz verstehend, an, und so fuhr ich
fort:
„Weißt du, dein Problem liegt darin, dass du von deinen Fähigkeiten
sehr überzeugt bist. Du bist stolz auf dein Wissen, deine Erfahrung,
deine Selbstdisziplin.
Dies sind aber nicht Regungen des neuen Herzens, dies ist der „Rest
des alten Saftes“ (Ich habe es dieser Person mit anderen Worten,
aber mit gleichem Sinn gesagt).
Dies offenbart keine geistliche, sondern eine fleischliche
Gesinnung, darum warst du geistlich geschwächt. Als du in dieser
Weise dachtest, wurde die Kraft Gottes blockiert.
Als dann die gewünschte Reaktion ausblieb, hattest du keine Basis
geistlich effektiv kämpfen zu können. Der Feind legte an und schoss
seinen feurigen Pfeil „Bitterkeit“ mitten in dein Herz!
Jetzt erst wachtest du auf, und versuchtest diesen Pfeil wieder
heraus zu ziehen. Natürlich war dies erfolglos – weil Gott diese
Situation bewusst zugelassen hat, um deine falsche Grundmotivation
zu offenbaren!“
Betroffenes Schweigen… und jetzt kommt die Reaktion eines neuen
Herzens:
„Ja, dass hat getroffen… Du hast vollkommen recht!“
Ich habe dieser Person dann noch geraten, sich jetzt nicht zu sehr
mit ihrer Schwachheit zu beschäftigen. Jesus hatte diese Situation
bewusst in ihr Leben gestellt – um sie zu segnen!
Er wollte diesen falschen Zug in ihr beseitigen – ja, der
„Weingärtner“ war an der Arbeit!
Sie hat dann Gott ihre Verfehlung bekannt, schonungslos verurteilte
sie ihre stolze Natur und bat Jesus, dass ER dies aus ihrem Leben
entfernen sollte – ER sollte stattdessen Sein Wesen in ihre Seele
legen: Seine Sanftmut und Demut! Amen
Als diese Person von ihren Knien aufsteht schaut sie mich an und
jubelt:
„ Es ist weg!!! Es ist weg!!! … die bitteren Gedanken sind wie
fortgeblasen!!!“
Ja, wieder dürfen wir sehen, wie wichtig es ist, geistliche Dinge
richtig zu verstehen!
Wenn wir falsche Konzepte in uns haben, werden diese uns in der
Realität nicht weiterhelfen!
Zum Schluss habe ich dieser Person noch den Vorschlag gemacht, einen
großen Blumenstrauß für die „Problemperson“ zu kaufen.
Mit Freude wurde dieser Vorschlag angenommen. Später habe ich von
dieser Person erfahren, dass die „Problemperson“ völlig überrascht
gewesen war, und ihr tiefstes Bedauern ausgedrückt hat, dass dieser
Job nun vorüber sei.
Ja, hier dürfen wir wieder einen vollkommenen Sieg eines
Wiedergeborenen sehen!
Wie sagt es Paulus:
Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt
hat. – Rö. 8,37
Deutlich erkennen, wir wie wichtig es ist im Geist zu wandeln! Es
ist mein tiefes Anliegen, dass dies jeder verstehen möge!
Du hast keine Chance, das Kraftpotential, welches dir gegeben wurde,
zu erfahren, wenn du nicht im Geist wandelst.
Es ist Gott selbst, der dir einen Wandel nach dem Fleisch nicht
zulassen wird!
ER wird dich „gegen die Wand“ laufen lassen, bis du es kapiert hast,
dass Freude und Sieg nur das Ergebnis eines Wandels im Geist sind!
Mein Sohn, achte nicht gering
die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm
gestraft wirst.
Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt
jeden Sohn, den er annimmt.
– Hebr. 12, 5+6
Hier werden wir genau zu dem
aufgefordert, was wir schon vorher gehört haben:
Wir sollen nicht verzagen – das heißt wir sollen uns nicht so sehr
über der Verfehlung grämen. Weil Gott uns liebt – und alle unsere
Verfehlungen bedeckt sind – dient, diese Schwachheit zu unserem
Besten!
Wir dürfen sie IHM bringen, alles bekennen und um Umwandlung bitten.
Danach sollen wir aufstehen und freudig unseren Weg
weitergehen!
Eigentlich haben wir mit der Beschreibung von „Heiligung“ und
„Wandel im Geist“ schon alles gesagt, was mit anderen Worten
Glaubenskampf genannt wird. Da jedoch diese Formulierung uns im
Neuen Testament begegnet, möchte ich noch kurz darauf eingehen.
Der Kampf des Glaubens
Wie wir schon in den vorherigen Betrachtungen gesehen haben, werden
wir durch Glauben gerechtfertigt.
Glauben hat nun nichts mit dem zu tun, was unsere natürlichen Sinne
uns bezeugen. Alles das, was wir von Kind auf kennen und was uns
vertraut ist, taugt nicht zum glauben.
Es ist aber der Glaube eine
feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln
an dem, was man nicht sieht. – Hebr. 11, 1
Darum kommt es zu dem, schon vorher
beschriebenen Konflikten. Das göttliche Leben in unserm Herzen liegt
im Kampf mit der uns umgebenden Umwelt und unser alten Natur.
Eine besondere Härte bekommt dieser Konflikt noch dadurch, dass der
Fürst dieser Welt, Satan, sehr genau über die wahren Begebenheiten
informiert ist.
Er weiß genau, dass eine Wiedergeburt im Babystadium beginnt. Ja, er
weiß genau, dass wir zwar ein neues Herz empfangen haben, aber die
damit verbundenen Fähigkeiten noch nicht kennen.
In der uns umgebenden Welt, und den Resten unseres „alten Saftes“
weiß er willkommene Verbündete, und so beginnt er mit einem
Bombardement giftiger Gedankenpfeile und Versuchungen durch die uns
umgebende Umwelt.
Jeden, der nicht durch göttlichen Schutz bewahrt werden würde, hätte
er in kürzester Zeit zusammen geschossen.
Doch unser HERR lässt jeden Wiedergeborenen gezielt und bewusst
durch abgedämpfte Angriffe des Bösen gehen, damit wir eben zu einem
Wandel im Geist gezwungen werden.
Gott benutzt die Angriffe des Bösen, damit wir die in uns liegenden
geistlichen Fähigkeiten entdecken und aktivieren.
Sein Geist steht dazu jedem wahren Gottes Kind unterstützend zur
Seite.
Dabei lernen wir die Tricks des Bösen und sehr wichtige Prinzipien
des Glaubens kennen.
Wir lernen den richtigen Gebrauch der Waffenrüstung des Geistes (Eph.
6, 10-17), und werden durch dieses Training wiederum befähigt,
andere Menschen aus dem Herrschaftsbereich des Bösen zu retten.
Aus diesem Konflikt gibt es kein Entkommen – jeder Wiedergeborene
muss sich diesem Kampf stellen.
Heiligung und Wandel im Geist haben unweigerlich zur Folge, dass sie
mit dem System dieser Welt (Satan) kollidieren.
Kampf des Glaubens heißt jetzt: Das, was wir bis jetzt gehört haben,
in die Praxis umzusetzen.
Du wirst täglich damit konfrontiert werden, ob du dein Leben nun
nach der Leitung des neuen Herzens (und des Heiligen Geistes), oder
nach deinen althergebrachten Traditionen leben willst.
Wie in einem echten Kampf wirst Du Siege und Niederlagen erleben –
aber du wirst wachsen und reifen. Du wirst ruhiger werden, und wirst
feststellen, dass die Probleme, die dich einst bewegten, nun gar
keine mehr sind.
Du wirst erleben, was es heißt, in Seine Ruhe einzugehen:
Wir gehen nämlich in die Ruhe
ein als die, die geglaubt haben. – Hebr. 4, 3
Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe
gelangt von seinen Werken wie Gott von seinen eigenen. – Hebr.
4, 10
Du wirst ruhen in der herrlichen
Verheißung deines Hirten – in dem Wissen, dass ER Sein Wort halten
wird:
Meine Schafe hören meine
Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr
umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und
niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen.
Ich und der Vater sind eins. – Joh. 10, 27-30
Die Kämpfe und Lektionen deiner
„geistlichen Jugendzeit“ werden enden, und du wirst Ruhen in IHM.
v
Jesus lebet! Jesus siegt! Halleluja! Amen
Satan wütend stets bekriegt Gottes heil’gen Samen.
Volk des Herrn, sei nur getrost, wenn der Feind auch sehr erbost.
Jesus lebet! Jesus siegt! Halleluja! Amen.
ER verlor noch keine Schlacht, und wird nie verlieren;
denn mit unbegrenzter Macht kann ER Kriege führen.
Unter Seinem Kreuzpanier ist der beste Platz allhier.
Jesus lebet! Jesus siegt! Halleluja! Amen.
Streiter Christi, frisch voran ohne Furcht und Zagen!
Längst gebrochen ist die Bahn, drum darfst du es wagen.
Gottes Gnade reicht für dich, und du siegst ganz sicherlich.
Jesus lebet! Jesus siegt! Halleluja! Amen.
Wird dir's auch im Kampfe heiß, lass den Mut nicht schwinden,
denn es gilt um jeden Preis stets zu überwinden!
Nur froh auf das Lamm geschaut und Ihm still und fest vertraut!
Jesus lebet! Jesus siegt! Halleluja! Amen.
Harre aus! Das End ist nah. Bald erscheint die Stunde,
wo ein froh Viktoria geht von Mund zu Munde.
Ewig enden Kampf und Schmerz, selig jauchzt ein jedes Herz:
Jesus lebet! Jesus siegt! Halleluja! Amen.
Friedrich Traub
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