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Bekehrung und Wiedergeburt – was bedeutet dies?

von Markus Reins


Ich bin mir sicher, dass nach dem, was wir bis jetzt besprochen haben, so manchem die gleiche Frage auf dem Herzen liegt, wie den Menschen, die Petrus am Pfingsttag predigen hörten:

Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? – Apg. 2, 37

Wie wird das Opfer Jesu für uns wirksam?

Petrus antworte diesen Männern folgendes:

Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. - Apg. 2, 38

Und mit diesem Thema wollen wir uns nun befassen.

Das griechische Wort, welches an dieser Stelle mit „Buße“ übersetzt wird heißt: metanoeo = umdenken, andersdenken oder nach dem ich etwas gehört habe, ändere ich mein Denken.
Dieses Verb steht in der Befehlsform und stammt von metanoia = Buße welche in Griechisch folgende Bedeutung hat: Bedenken, Gewissensbisse, Reue für begangene Schuld, mit der bewussten Zielsetzung auf Veränderung bzw. Erneuerung, Rückgängigmachen einer Entscheidung. (Quelle: Strong’s Exhaustive Concordance)

Wir erkennen also, dass Buße tun, nicht nur ein „Lippenbekenntnis“ ist. Nein, Buße oder Bekehrung ist ein sehr tiefer Vorgang – eine Erschütterung meines ganzen Seins.
Meine bisherigen Werte verlieren an Bedeutung und meine Lebensziele, für die ich vorher leidenschaftlich focht und kämpfte, sind auf einmal nichts mehr wert.

Buße oder Bekehrung ist eine völlige innere Umpolung einer Person!

Diese Bekehrung ist nicht etwas, was wir von uns aus tun können. Ja, wir können in einer Situation total am Boden zerstört liegen, und hoch und heilig Besserung schwören.
Wir können es in diesem Moment auch total ernst und aufrichtig meinen – aber da unser Herz böse ist, wird dieser „Änderungsbeschluss“ früher oder später wieder zu Makulatur werden.

Die uns im Alten Testament überlieferte Geschichte des Volkes Israel spricht hierzu eine sehr deutliche Sprache. Es ist eine ständig wechselnde Geschichte, ein ständiges Auf und Ab – immer wieder fiel das Volk von Gott ab, lief in sein Unglück, erkannte seine Untreue und schrie zu Gott um Erbarmen.

Gott selbst beschreibt die Misere:

Ihr seid von eurer Väter Zeit an immerdar abgewichen von meinen Geboten und habt sie nicht gehalten. So bekehrt euch nun zu mir, so will ich mich auch zu euch kehren, spricht der HERR Zebaoth. – Mal. 3, 7

Es ist völlig klar, dass Gott nicht eine „erneute Hinwendung zu IHM nach altem Muster“ mit diesen Worten meint.
Nein, das ist nicht die Buße, die Gott von uns erwartet – Er erwartet eine tiefere Umwandlung als nur eine, unter äußeren Verzweiflungsdruck gegebene, gefühlsmäßige Entscheidung.

Wir sehen dies sehr gut an David. Er erkannte, dass er etwas anderes brauchte – eine tiefe Kursänderung in der Tiefe seines ganzen Seins (Herz).

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. – Ps. 51, 12

David erkannte, dass er selbst diese Erneuerung nicht schaffen kann – aber er erkannte den Ausweg: ER erkannte, dass Gott ihn bekehren muss!
Gott selbst musste ein Wunder in ihm tun – und danach sehnte er sich.

Der Prophet Jeremia beschreibt diesen Sachverhalt mit einfach wunderbaren Worten:

Du hast mich hart erzogen und ich ließ mich erziehen wie ein junger Stier, der noch nicht gelernt hat zu ziehen. Bekehre du mich, so will ich mich bekehren; denn du, HERR, bist mein Gott!
– Jer. 31, 18

Ist dieses Bild eines jungen, unbeherrschten Stieres nicht einfach absolut treffend? Haben wir schon einmal einen „blindwütigen“ Stier gesehen – der mit seiner schieren Masse und Kraft alles in Grund und Boden rennt?
Ist dies nicht ein absolut passender Vergleich für unser Verhalten? Wie oft haben wir uns schon verrannt? Wie oft haben wir schon vor dem Scherbenhaufen unserer so gut gemeinten Aktivitäten gestanden?

Sind wir nicht alle so? Ich finde diese Bibelstelle beschreibt unseren hoffnungslosen Zustand einfach wunderbar!

Ja, und wenn wir dann alles mal wieder verbockt haben… wie oft, haben wir schon Besserung geschworen!
Nein, wir können uns nicht von uns aus bekehren, aber wir dürfen von David lernen – wir dürfen Gott um eine echte Bekehrung bitten:

Bekehre DU mich, so will ich mich bekehren; denn DU, HERR, bist mein Gott!

Gott erwartet eine Buße, eine Bekehrung von ganzem Herzen. Erinnern wir uns an das Bild von dem Meer. Unser Herz ist die Tiefe und nicht die von Gefühlen bewegte Oberfläche!
Gott verheißt uns, dass ER uns erhören wird, wenn wir uns von ganzem Herzen zu IHM wenden – wenn unser Herz ein existenzieller Schrei nach Erneuerung ist!

Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR! – Jer. 29, 13 + 5.Mose 4, 29

Gott kann sein Wort nicht brechen! Er sagt uns, dass kein einziges Wort was ER spricht nutzlos oder leer ist – alle Seine Worte sind pure Kraft!
Du darfst Dein ganzes Vertrauen nicht auf Deine Fähigkeiten, sondern auf Sein Wort setzen!
Wenn ER sagt, dass ER sich finden lassen wird, dann wird es geschehen!

... so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.
– Jes. 51, 11

Auch Jesus nimmt diesen Kraftanspruch für Seine Worte in Anspruch, und weil es so wichtig ist, finden wir diese Aussage in drei Evangelien! Gott wird Sein Wort erfüllen – immer und ewig!

Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.
– Matt. 24, 35 + Mark. 13, 31 + Luk. 21, 33

Lasst uns nun noch einmal das Gelernte zusammenfassen!

Q: Wenn wir uns noch nicht einmal richtig bekehren können, wie kann dann das herrliche Opfer Jesu für mich wirksam werden?

A: Wenn Du Deine eigene Unfähigkeit zur Buße erkannt und akzeptiert hast, darfst Du Gott darum bitten, dass ER Dich bekehrt, so wie es in Jer. 31, 18 beschrieben ist.
Durch Seinen Heiligen Geist, wird dann Gott Dein Herz so verändern, dass ER Dich annehmen wird.
Dieser „Bekehrungsprozess“ sieht bei jedem Menschen anders aus. Da Gott jeden von uns individuell geschaffen hat, wird dies bei jedem anders ablaufen.
Aber die Charakteristik dieses Prozesses wird bei jedem gleich sein. Gott wird dir deine absolute Verlorenheit so deutlich vor Augen stellen, dass der Wunsch nach Erlösung das bestimmende Element deines Lebens sein wird.
Du wirst sehr deutlich empfinden können, was der Psalmist mit den Worten sagt:

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.
– Ps. 42, 2

Es mag sein, dass Du im Moment dies noch nicht richtig nachempfinden kannst, aber wenn du erkannt hast, dass du das herrliche Schuldopfer Jesu für dich haben möchtest, bitte Gott darum, dass ER dich bekehrt!
Er wird dann in dein Leben treten, und wird dich zu IHM bekehren, denn dies hat ER uns versprochen:

Und ich will ihnen ein Herz geben, dass sie mich erkennen sollen, dass ich der HERR bin. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein; von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekehren. – Jer. 24, 7

Gott wird dich bekehren – und Dir ein neues Herz geben! Ein Herz, dessen größte Freude es ist Gott aus Liebe zu gehorchen!

Dies kann ein natürlicher Mensch nicht. Ein natürlicher Mensch ist nur widerwillig – es geht nur mit massiver Strafandrohung und drakonischen Strafen – in der Lage, nach außen hin den Geboten Gottes folge zu leisten – nie wird es eine aus dem ganzen Sein kommende Liebestat sein!

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. – Joh. 3, 3

Darum bezeichnet die Bibel dieses „Empfangen eines neuen Herzens“ als – Wiedergeburt.
Es ist eine solche „Unmöglichkeit“ – für einen normalen Menschen –, das es ist, als wäre ein Wiedergeborener eine neue Kreatur – eine total neue Schöpfung:

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. – 2. Kor. 5, 17

In der Wiedergeburt werden wir mit dem Heiligen Geist erfüllt – und dies hat dramatische Auswirkungen! Wir ticken auf einmal nicht mehr auf der gleichen Schiene wie vorher.
Wir sind in der Lage mit Gott selbst zu kommunizieren! Wir werden nicht mehr alleine von unserem Intellekt und unseren Gefühlen bestimmt – jetzt gibt es da ein Element in uns, was nicht von dieser Welt ist – Gottes Heiligen Geist!

Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!
Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. – Rö. 8, 14-16

Äußerlich mögen wir vielleicht noch so aussehen wie vor diesem Erlebnis – aber in unserem Inneren hat eine Revolution stattgefunden.

Unser tiefstes Sein – unser Herz – wurde erneuert. Die tiefsten Wünsche, Sehnsüchte – dass was uns wirklich ausmacht - ist völlig verändert worden.

Unser altes Herz, dreht sich nur um uns selbst. Wir werden von selbstsüchtigen, egozentrischen Wünschen und Begierden gesteuert.
Das neue Herz eines Wiedergeborenen zeichnet sich im Gegensatz dazu dadurch aus, dass unser tiefstes Wünschen sich nur noch um Gott dreht:

Wenn ich nur Dich habe – frage ich nicht nach Himmel und Erde! – Ps. 73, 25

Paulus drückt dies so aus:

Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet.
Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne
und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. – Phil. 3, 7-9

Nicht, dass ich's schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich's wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin.
Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist,
und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. – Phil. 3, 12-14

Durch dieses neue Herz, erfüllt mit der Kraft Gottes, bekommt unser ganzes Leben eine völlig neue Funktionsbasis.
Gottes Geist wird jetzt anfangen unser Denken, Fühlen aber auch die Zielsetzungen unseres Lebens nach Seinen Plan umzugestalten. ER wird unser Leben mehr und mehr bestimmen.
Da das, was natürliche Menschen bewegt, für einen Wiedergebornen an Wichtigkeit verliert, kann ein Wiedergeborener die „Welt“ überwinden.

Die für normale Menschen wahrnehmbare Realität, das was ihr Fühlen und Denken bestimmt, nennt die Bibel „Welt“. Johannes schreibt in seinem ersten Brief:

Denn alles (hier gibt es absolut keine Ausnahme!), was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. – 1. Joh. 5, 4

Dieses „Überwinden der Welt“ wird das Markenzeichen eines jeden echten Wiedergeborenen sein.

Wer dieses Markeneichen nicht hat, ist nicht wiedergeboren!

Q: Bedeutet dies, dass jetzt ein Wiedergeborener fehlerlos ist?

A: Nein, dies bedeutet es nicht. Wäre er fehlerlos, hätte Johannes nicht von „überwinden“ gesprochen!
Ein fehlerloser Mensch bräuchte nicht mehr überwinden – er hätte schon völlig überwunden!
Johannes beschreibt hier eine „Kampfsituation“! Wie schon gesagt, geschieht die Wiedergeburt in der Tiefe des Menschen – in seinem Herzen.
Aber wir bestehen nicht nur aus „Herz“ – es gibt hier noch unsere, von unseren Gefühlen und sinnlichen Eindrücken bewegte, Oberfläche – die Bibel nennt dies unser „Fleisch“.

Ein Wiedergeborener steht von Anfang an in einem intensiven Konflikt zwischen dem vom Geist Gottes beherrschten Herzen und den alten Gewohnheiten, Denkschemen, Gebräuchen aber auch dem Druck der Umwelt.

Durch die Wiedergeburt hat er die Fähigkeit erworben, Kraft des Heiligen Geistes, diese alten „Überbleibsel“ zu bekämpfen und zu zerstören – aber – dies ist jetzt seeehr wichtig! – es bedeutet nicht, dass es immer klappt!!!

Es ist ganz wichtig, dass wir beachten, dass ein Wiedergeborener nicht als reifer Erwachsener „wiedergeboren“ wird – sondern als Baby!

So wie ein natürliches Baby lernt, seine Fähigkeiten richtig zu gebrauchen, muss das ein Wiedergeborener auch lernen!
So wie ein Kleinkind beim Laufenlernen hinfällt, wird auch ein Wiedergeborener auf die Nase fallen - aber er wird wieder aufstehen und weiter gehen!

Dieses Fallen ist – keine Sünde!!! Die Bibel sagt dies sehr deutlich:

… denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen versinken im Unglück. – Spr. 24, 16

Hier erkennen wir, sehr deutlich, dass nicht unsere Taten uns vor Gott rechtfertigen – sondern unser Herz!

Doch mehr dazu im nächsten Thema: Die Gerechtigkeit der Heiligen.

Ich freue mich schon sehr darauf dieses Thema bringen zu dürfen!!!

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