Der Opfertod von Jesus
Christus – welche Auswirkungen hat er für mich?
von Markus Reins
Nachdem wir nun die Sicht Gottes über Sünde und Entsündigung nach
dem Zeugnis der Heiligen Schrift erkannt haben, können wir die
Aussagen der Bibel bezüglich unserer Errettung durch Jesus Christus
richtig verstehen.
Schon in den Propheten des Alten Testamentes wird uns die enge
Sinnverbindung des alttestamentlichen Schuldopfers mit dem
zukünftigen vollkommenen Schuldopfer Christi bezeugt. Lesen wir
hierzu in Jesaja 53:
Er war der Allerverachtetste
und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so
verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben
wir ihn für nichts geachtet.
Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre
Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von
Gott geschlagen und gemartert wäre.
Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer
Sünde (hebr. avon = Perversität) willen zerschlagen. Die
Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch
seine Wunden sind wir geheilt.
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen
Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund
nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und
wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen
Mund nicht auf. – Verse 3-7
Die Aussagen „… um unserer
Missetat willen verwundet“, „… die Strafe liegt auf ihm“ aber auch
das erwähnte Schaf beziehen sich eindeutig auf das Opfer (hebr.
korban) des Alten Testamentes.
So wie das Opfertier die Trennung von Gott überwand und uns Gott
näher brachte, tut dies das Opfer Jesu Christi.
Die folgenden Verse drücken dies noch stärker aus:
So wollte ihn der HERR
zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer
gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben,
und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. – Vers 10
Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll die
Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod
gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er
die Sünde (hebr. chata) der Vielen getragen
hat und für die Übeltäter gebeten. – Vers 12
Das Neue Testament greift
dies auf, und bezieht sich ganz direkt auf das Schuldopfer des Alten
Testamentes. Lasst uns einige Stellen betrachten:
Er ist auch nicht durch das
Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut
ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat
eine ewige (das heißt, nie endende) Erlösung
erworben.
Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche
von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, sodass sie
äußerlich rein sind,
um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als
Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat,
unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem
lebendigen Gott! – Hebr. 9, 12-14
Hierzu möchte ich noch kurz
den Begriff „heiligen“ erklären. Gott ist das einzige Wesen, welches
„heilig“ ist – Heiligkeit ist Gottes ureigenste Eigenschaft.
Man kann sagen: Heiligkeit gehört zu Gott, wie die Eigenschaft der
absoluten Härte zum Diamant.
Wegen dieser Eigenschaft Gottes kann sich IHM niemand nahen, der
nicht die gleiche Eigenschaft besitzt. Die Heiligkeit Gottes lässt
dies nicht zu.
„Heiligen“ beschreibt jetzt den Vorgang, der es einem „unheiligen“
Wesen ermöglicht sich Gott zu nahen.
Im Alten Testament heiligte das Opfer (hebr. korban = heran- oder
näherbrigen) den Opfernden – wie oben beschrieben nur äußerlich,
und damit vergänglich – Jesu Opfer geht tiefer und ist unendlich.
Denn mit "einem" Opfer hat er
für immer die vollendet, die geheiligt werden. – Hebr.
10, 14
Verstehen wir die ungeheuere
Dimension des Opfers Jesu?
Begreifen wir was es bedeutet wenn hier steht „… für immer
vollendet“?
Was muss denn noch getan werden, wenn etwas „vollendet“ ist?
Durch das Opfer Jesu wird eine vollkommene Heiligung erwirkt, und
„vollendet“ bedeutet, dass diese Heiligung komplett ist – und zwar
in Gottes Augen!!!
Das Opfer Jesu stellt uns vor Gott dar, als hätten wir niemals in
Trennung von Gott gelebt!
Doch lasst uns dies mit weiteren Stellen vertiefen:
Darum: Ist jemand in Christus,
so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe,
Neues ist geworden.
Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat
durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung
predigt.
Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt
mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu
und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. – 2.
Ko. 5, 17-19
Verstehen wir was es
bedeutet, wenn Paulus hier von einer „neuen Kreatur“ spricht?
Wenn wir dies verstehen, fällt es uns überhaupt nicht schwer, die
absolute Souveränität von Paulus zu verstehen, wenn er sagt:
Was wollen wir nun hierzu
sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat
ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht
alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier,
der gerecht macht.
– Römer 8, 31-33
Was für eine Sicherheit,
liegt doch in diesen herrlichen Worten! Ja, dass Opfer Jesu ist ein
„vollkommenes“ Opfer, es vollendet uns ein für alle Mal!
Warum sollen uns weiterhin Gedanken der Schuld plagen?
Ich weiß, dass es in christlichen Kreisen sehr populär ist, sich
sehr ausführlich mit unseren Schwachheiten zu beschäftigen, aber
diese Denkhaltung ist nur deswegen da, weil keine Erkenntnis über
die Bedeutung des Wortes Sünde, und überhaupt keine Erkenntnis über
die Wirkung es Schuldopfers vorhanden ist!
Wir sprechen von einem Evangelium (griech. = frohe Botschaft) und
haben eigentlich den Sinn dieser Botschaft nicht begriffen!
Um jetzt die praktischen Konsequenzen des bisher Gehörten besser zu
verstehen, lasst uns einfach noch mal kurz rekapitulieren:
Q: Was bewirkte das alttestamentliche Opfer?
A: Es überwand die Trennung (Sünde) zwischen Gott und dem Menschen.
Es heiligte den Menschen, und ermöglichte es ihm sich Gott zu nahen.
Q: Hat es irgendwas an dem Menschen verändert?
A: Nein, der Mensch blieb der gleiche. Er hatte das gleiche böse
Herz, lediglich Gott sah die Verfehlungen nicht mehr. Das Blut des
Opfertieres stellte den Menschen vor Gott so dar, dass Gott mit ihm
in Verbindung treten konnte.
Aber schon im Alten Testament war es den Menschen bewusst, dass das
Blut von Tieren eigentlich keine Trennung von Gott beseitigen
konnte. (Siehe David in Psalm 51, 16+17)
Fazit: Dann war das alttestamentliche Opfer eigentlich nur ein
Ritual, welches Gott verordnet hatte. Das Blut der Tiere hat also
die Sünde (Trennung) nicht überwunden, sondern es war Gott selbst
der schon im Alten Testament „sich selbst mit dem Opfernden
versöhnte“!
Q: Welche Wirkung hat jetzt das Schuldopfer Jesu für mich?
A: Im großen Ganzen unterscheidet es sich in der Art seiner Wirkung
überhaupt nicht von dem alttestamentlichen Opfer, nur das Ausmaß ist
größer, geht weiter und – und das ist das Wichtigste! – es ist die
Voraussetzung für einen absolut revolutionären direkten Eingriff
Gottes in das Leben eines Menschen: Die Wiedergeburt!
Q: Dann bedeutet das Opfer Jesu, dass meine Trennung von Gott
dauerhaft aufgehoben ist, obwohl ich immer noch ein Mensch mit
meinen Schwachheiten und Fehlern bin?
A: Ja, wie wir in Epheser 5, 27 sehen, beschreibt dies Paulus wie
folgt:
… sie vor sich stelle als eine
Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder
etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.
Er spricht in diesem Vers
über die Gemeinde, die Gläubigen die Er vor sich stelle. Im
griechischen Urtext steht hier das Wort parsistano, welches
folgende Bedeutung hat:
Darstellen, ausstellen (von Ausstellung), etwas anbieten/anpreisen.
Wir könnten also diese Stelle auch so verstehen:
…sie vor sich selbst so
darstellt und anpreist als eine Gemeinde, die herrlich sei und
keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern
die heilig und untadelig sei.
Hier wird wieder ganz
deutlich, dass Gott die Trennung (Sünde) nicht mehr sieht.
Es ist ungefähr so wie wenn Jesus ein Gebrauchtwagenhändler wäre,
der dem Käufer (Gott) ein fehlerhaftes Auto (das sind wir
J!) so
anpreist, als wäre es absolut tadellos – und jetzt kommt der Clou:
Gott strahlt über das ganze Gesicht! Preist den herrlichen Wagen –
und war nie zufriedener, als mit diesem Auto!!!
Man kann es auch so verdeutlichen:
Das Opfer Jesu ist wie eine Brille welche Gott auf den Augen hat,
wenn er uns sieht. Diese Brille stellt uns vor Gott völlig perfekt
und fehlerfrei dar.
Nur hüten wir uns jetzt übermütig zu werden, und zu behaupten, dass
wir gar keine Fehler mehr hätten. Die Bibel sagt hierzu ganz klar:
Wenn wir sagen, wir haben keine
Sünde (griech.harmartia = unsere Verfehlungen), so
betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
Wenn wir aber unsre Sünden (unsere Verfehlungen)
bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden
vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum
Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. – 1.Joh. 1, 8-10
Also, es ist ganz klar – auch
trotz des vollkommenen Opfers Jesu haben wir noch unsere
Unzulänglichkeiten, aber – und das ist jetzt der Kern des ganzen
Neuen Testamentes, dass ist die „Frohe Botschaft“:
Wenn wir an Jesus glauben, ihm unsere Schuld bekennen, wäscht das
Blut Jesus uns so perfekt rein, so völlig schneeweiß sauber vor
Gott, als hätten wir niiieee gefehlt!!!
Oh, dass Gott Gnade schenken möge, und wir die Tiefe der Erlösung
Jesu völlig begreifen mögen!!!
Q: Oh, wie wunderbar – ja, ich habe es jetzt verstanden! Aber ist
das alles? Welche Stellung haben meine Schwachheiten jetzt für mich?
A: Ja, mein Lieber und meine Liebe, dies ist jetzt erst mal alles –
es gibt absolut nichts im ganzen Universum, welches diesem perfekten
Opfer (Näherbringung) hinzugefügt werden könnte.
Wir müssen ein für alle Mal akzeptieren, dass unsere Erlösung ein
unverdientes Gnadengeschenk Gottes ist.
Wir sollen uns um die „Abschaffung unserer noch vorhandenen
Schwachheiten“ nicht kümmern, dies ist nicht unsere Aufgabe – es ist
die Aufgabe unseres HERRN!!!
Jesus sagt in Johannes 15:
Ich bin der wahre Weinstock und
mein Vater der Weingärtner.
Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird ER
wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird ER
reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. – Verse 1+2
Hier sagt Jesus, dass Gott
der Weingärtner ist, der die Reben reinigt, damit sie mehr
Frucht (gute Taten, Gedanken, Gefühle etc.) bringt.
Es ist nicht unsere Aufgabe sich darum zu kümmern, weil dies eben
nur der Weingärtner selbst tun kann.
Wenn wir in Jesus bleiben, wird die Frucht des Geistes (Eph. 5,
22-23) von allein in uns wachsen.
Wir haben nichts anderes zu tun, als in IHM zu bleiben!
Jesus sagt weiter:
Ich bin der Weinstock, ihr seid
die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel
Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. – Vers 5
Also, wirklich ganz klar:
Ohne IHN kann ich nichts tun!!! Ich brauche nur in IHM zu bleiben
und die Frucht des Geistes wird wachsen!
Diesen Reinigungsprozess Gottes an uns werden wir in einem Extrathema
genauer betrachten!
Q: Dann ist es ja Gott, der alles für mich tut! ER vergibt meine
Trennung von IHM und ER ist es dann auch noch der mich verändert!
Wie kann ich diese unfassbaren Geschenke der Liebe Gottes empfangen?
A: Über diese Frage, wird unser nächstes Thema handeln: Bekehrung
und Wiedergeburt – was versteht die Bibel darunter?
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