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Englische Version


Der Segen des Leidens
Markus Piercy-Reins
















Zuerst einmal möchte ich dir danken, dass du diesen - doch sehr ungemütlichen - Titel angeklickt hast. Vielleicht war es ja der offensichtliche Widerspruch der Worte gewesen, der dich faszinierte und neugierig machte? Irgendwie klingt das doch schräg, findest du nicht auch?

Diese Verbindung zwischen Segen und Leiden… puuuh, ne, diesen Gedanken mögen wir nicht! Dies erzeugt in uns sofort eine innere Anspannung, da alle unsere natürlichen Instinkte, Reflexe, Wünsche und Hoffnungen sich nur um das Eine drehen, wie wir Leiden so gut wie möglich vermeiden können.

Segen, ja davon könne wir nicht genug haben… aber bitte keine Leiden!

Und nun „Segen“- den wir doch alle so gerne hätten – und „Leiden“ in Kombination mit einem uns „liebenden Gott“ zu sehen, bereitet uns doch ganz schön Unwohlsein, oder nicht?

Wir wollen den Segen Gottes… aber gibt es da nicht irgendeinen Weg, diesen zu bekommen – ohne die „Verheißung“ von Leiden?

Ach, komm schon, Markus, das hört sich doch total spinnert an… ich weiß nicht, ob ich diesen Kram hier weiterlesen soll. Ich kenne einige „Männer Gottes“, welche gerade das Gegenteil predigen. Sie sagen, dass wir durch das Opfer Christi geheilt seien. Er nahm unsere Leiden auf sich, so dass wir nicht mehr zu leiden haben. Er litt für uns! 

Ich verstehe dich sehr gut und bin mir der Faszination dieser verführerischen Botschaft durchaus bewusst… aber sie ist trotzdem total falsch!

Ja, ich weiß sehr wohl, wie sehr dies zu allen unseren Träumen passt… aber trotzdem genügt es einfach, unsere Bibel mit offenen Augen und klarem Verstand zu lesen, um dort eine völlig andere Realität zu entdecken. 

Ich muss dir sogar sagen, dass dein dich liebender himmlischer Vater dich in Leiden hineinführen wird, egal, ob du es magst oder nicht. Du hast absolut keine Chance dem zu entkommen! Und magst du auch wie Jona ein Schiff besteigen, um zu den verheißungsvollsten Stränden der Glückseligkeit zu segeln… Seine Liebe wird dich dort, zu Seiner Zeit, finden.

Du kannst Ihm nicht entkommen. Du bist mit einem sehr kostbaren Preis erkauft worden und gehörst nicht mehr dir selbst. Darum wird Er mit Dir tun und machen, was Seinen Plänen – und deinem Besten – entspricht, egal, wo du dich auch verstecken magst. 

Aus diesem Grund ist es doch am besten, sich auf das Unvermeidliche vorzubereiten; meinst du nicht auch? Es ist doch besser, echtes Verständnis über Gott und Seine Wege mit dir zu bekommen, als dann in Frustration und Verzweiflung festzustecken, wenn du der Realität des Leidens das nächste Mal in die Augen blicken musst. Findest du das nicht auch? 

Ich möchte dich nun mit auf eine kleine Reise mitnehmen… eine Reise durch das heilige Wort Gottes. 

Jedes geliebte Kind Gottes wird einem Feuertest unterzogen werden. Das Wort Gottes sagt es so. Komm, lass es uns nachlesen: 

Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut,
so wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen.
Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen;
wenn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. – 1.Kor. 3, 11-15

Hier lesen wir es! „Jeden oder jeder“ wäre nicht „jeder“, wenn es da die Ausnahme von dir gäbe. Stimmt doch, oder? Einfache Logik! 

Gut, dass du bis hier durchgehalten hast, doch lass uns weiterlesen: 

Dass ich doch Unterkunft für Durchreisende in der Wüste hätte, dann würde ich mein Volk verlassen und von ihnen fortgehen! Denn sie sind alle Ehebrecher, eine Bande von Treulosen.
Sie spannen ihre Zunge als ihren Bogen, im Lügen und nicht in der Wahrheit sind sie stark im Land. Denn sie schreiten fort von Bosheit zu Bosheit, mich aber erkennen sie nicht, spricht der HERR.
Hütet euch, ein jeder vor seinem Freund, und setzt auf keinen Bruder Vertrauen! Denn jeder Bruder treibt Hinterlist, und jeder Freund geht als Verleumder umher.
Und sie betrügen einer den andern, Wahrheit reden sie nicht. Sie lehren ihre Zunge, Lügen zu reden, sie mühen sich ab, böse zu handeln.
Deine Wohnung ist mitten im Betrug. Vor lauter Betrug weigern sie sich, mich zu erkennen, spricht der HERR.
Darum, so spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ich will sie schmelzen und läutern; denn wie sollte ich sonst verfahren mit der Tochter meines Volkes? – Jer. 9, 1-6 

Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite. Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht1, siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen.
Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein.
Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie Männer werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.
Dann wird die Opfergabe Judas und Jerusalems dem HERRN angenehm sein
, wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den Jahren der Vergangenheit.
Und ich werde an euch herantreten zum Gericht und werde ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer und gegen die Ehebrecher und gegen die falsch Schwörenden und gegen solche, die den Lohn des Tagelöhners drücken, die Witwe und die Waise unterdrücken und den Fremden wegdrängen und die mich nicht fürchten, spricht der HERR der Heerscharen. – Mal. 3, 1-5 

Ich kann mir nun gut vorstellen, wie du mit der Hand winkst:
„Stopp! Das ist Altes Testament! Das hat Gott zu Israel gesagt… aber nicht zu mir! Ich bin durch Gottes Geist wiedergeboren und es gelten die Bedingungen des Neuen Bundes durch das Blut Jesu!“
Guter Einwand, aber wo lesen wir im Neuen Testament, dass Gott uns Leiden hier auf dieser Erde ersparen wird, nur weil wir in einem neuen Bund leben?
Ich muss dir sogar sagen, dass Züchtigung und Korrektur nicht nur für Israel und Juda gelten, sondern, dass Gott die gleiche Intention mit Seinem Volk des neuen Bundes hat: 

Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden
und habt die Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: "Mein Sohn, schätze nicht gering des Herrn Züchtigung, und ermatte nicht, wenn du von ihm gestraft wirst!
Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt aber jeden Sohn, den er aufnimmt."
Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott behandelt euch als Söhne. Denn ist der ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?
Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, deren alle teilhaftig geworden sind, so seid ihr Bastarde und nicht Söhne.
Zudem hatten wir auch unsere leiblichen Väter als Züchtiger und scheuten sie. Sollen wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister unterordnen und leben?
Denn sie züchtigten uns zwar für wenige Tage nach ihrem Gutdünken, er aber zum Nutzen, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden.
Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit (engl. schmerzhaft) zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit. – Hebr. 12, 4-11 

Alle von uns wollen doch so gerne Söhne des allmächtigen Gottes sein und alle von uns wollen so gerne die Verheißungen haben, die wir im Wort Gottes gelesen haben.
Doch hierbei sind wir so auf unsere Vorteile fokussiert, dass wir total Gottes Pläne und Absichten aus den Augen verlieren… das, was Er mit uns vorhat.
Schnell schlucken wir jegliche Botschaft, die uns die Erfüllung unserer Träume verheißt, aber missachten die daran gebundenen Bedingungen Gottes. 

Nein, meine Lieben, es geht Gott nicht nur um die Leviten des Alten Testamentes, es geht Ihm genauso um die „Leviten“ des neuen Bundes – um dich und mich!
Jeder, der durch den Geist Gottes von neuem geboren wurde, ist ein „Levit“ des neuen Bundes und ist aus diesem Grunde nicht in der Lage, Gottes spezielle „Liebes-Kur“ zu vermeiden. 

Ohne den schmerzhaften Prozess des Feuers Gottes in unserm Leben, wäre dies nur der furchtbare Beweis dafür, dass wir Bastarde und nicht Söhne wären – und Jesus uns eines Tages sagen müsste: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter! (Matt. 7:21-23)
Zeichen, Wunder, das Austreiben von Teufeln und prophetische Worte werden uns dann nicht helfen. Einzig das COA-Zeichen (Certificate of Authenticity = Echtheitsbeleg) jedes wahren Sohnes/Tochter Gottes, eingraviert in ihr ganzes Sein, hat dann Bestand:
Der Tod meines alten Ichs im Feuer des Läuterungswerkes Gottes! 

Jesus sagt uns in Matt. 7, dass Er nur nach einem suchen wird: Dem Tun des Willen Gottes! Alle anderen Werke – und seien sie noch so beeindruckend für uns – beeindrucken Ihn überhaupt nicht.

Darum ist eines für uns von äußerster Wichtigkeit: Was ist der Wille Gottes?

Wir müssen wissen, nach was Jesus schauen wird, wenn wir eines Tages vor Seinem Richtstuhl erscheinen müssen. (2.Kor. 5, 10) 

Gott lässt uns hier nicht im Dunkeln tappen – es ist nur eine Sache nach dem Jesus schauen wird, ein Bestandteil, den unser Leben haben muss: 

Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung. – 1.Thess. 4, 3 

Heiligung bedeutet, wie Gott zu werden, Seiner Heiligkeit teilhaftig zu werden… doch beinhaltet dieser Umwandlungsprozess etwas, was wir, unter normalen Umständen, mit allen Mitteln vermeiden: Leiden 

Es ist sehr wichtig, dass wir wissen, dass „der Jünger nicht über seinem Meister ist“ (Lu. 6, 40).
Wenn es Gott gefiel „um dessentwillen alles ist und durch den alles ist, da er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils durch Leiden zu vollenden“ (Hebr. 2, 10), wieso denken wir, dass Sein Prozess der Läuterung und Heiligung für uns ohne Leiden wäre? 

Wo haben wir das her? Aus Gottes Wort?

Lasst uns mal weiter lesen: 

Darum sollen auch die, die nach Gottes Willen leiden, ihm ihre Seelen anbefehlen als dem treuen Schöpfer und Gutes tun. – 1.Pet. 4, 19 

Ja, das hast du richtig gelesen! Wir leiden, weil Gott will, dass wir leiden! 

Nein, es ist nicht der Teufel! Du leidest, weil Gottes Liebe dich nicht so lassen will, wie du jetzt bist! Er ist dabei dich in etwas zu verwandeln, wovon du im Moment noch gar keine Ahnung hast: Seine Herrlichkeit! 

Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit (engl. schmerzhaft) zu sein; nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit. 

Paulus schreibt: 

Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. – Rö. 8, 18-19 

Und Paulus hatte sehr viel zu leiden. Nein, ich meine jetzt nicht sein Leiden durch Verfolgung, dass er erleiden musste – ich spreche von dem speziellen Leiden aus der Hand Gottes, was seinem geistlichen Wohlergehen diente. 

Wegen des Außerordentlichen der Offenbarungen. Darum, damit ich mich nicht überhebe, wurde mir ein Dorn für das Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe.
Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge.
Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. – 2.Kor. 12, 7-9 

Stell dir vor, Paulus, dieser vollmächtige Mann Gottes leidet unter einem Engel Satans! Lesen wir nicht an anderer Stelle, wie Paulus Dämonen austrieb? Lesen wir nicht darüber, wie er Kranke heilte… ja, sogar Tote auferweckte?
„Mensch, Arzt hilf dir selber!“ sind wir versucht zu denken, verwirrt und voller Unverständnis ob der Logik hinter diesen Worten.
Wie kann ein liebender Gott solche Worte zu seinem leidenden Diener sagen? Paulus gab alles für Jesus, ja er war sogar mit Freuden bereit für Ihn zu sterben… warum lässt Gott es zu, dass er gerade von einem Engel Satans geschlagen wird? 

Gott gebraucht unser Leiden zu Seiner Verherrlichung! 

Weil Er die Art und Weise dieser Welt verachtet, widersteht Er den Wegen des natürlichen Menschen. Alles was uns so beeindruckt verachtet Er! (1.Kor. 1:18-31)
Das, was wir niemals gewählt hätten, wählt Er zu Seiner Verherrlichung! 

Ich denke wir müssen uns einer äußerst unbequemen Wahrheit stellen:
Leiden ist Gottes Gegengift gegen das Gift unseres alten Wesens! 

Lasst uns einen kleinen Exkurs machen:

Wir haben gelesen, das ohne Heiligung und Heiligkeit niemand in der Lage sein wird, Gott zu schauen (Hebr. 12, 14).
Für einen normalen Menschen ist es unmöglich, Gott zu schauen… Ihn zu sehen wie Er ist, bedeutet den sofortigen Tod (2.Mose 33, 20). Wenn nun Heiligung es uns jetzt ermöglicht Gott zu sehen, muss Heiligung zwangsläufig etwas mit unserm Tod zu tun haben!
In 2.Kor. 3, 18 lesen wir, dass „wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.“
Wir werden also durch das Anschauen Gottes „von einer Herrlichkeit zur anderen“ verwandelt.

Diese Verwandlung zur Herrlichkeit ist der gleiche Prozess von dem wir schon gehört haben, dass er der Wille Gottes ist: Unsere Heiligung! Und es ist genau das Gleiche, was uns in Hebräer 12 als „Seiner Heiligkeit teilhaftig werden“ beschrieben wird.

Dies alles geschieht, wenn wir uns einem heiligen Gott nahen! Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer, das alles verbrennt, was Ihm missfällt. (5.Mose 4, 24 / Hebr. 12, 29) 

Bist du jemals einem Feuer zu nahe gekommen? Hast du dich schon einmal verbrannt? Das tut ziemlich weh!
Darum lasst uns den Gedanken begraben Gott gäbe uns eine Art „Narkose“ wenn wir uns Ihm nahen und auf einmal den Schmerz spüren, wenn Er unser „Heu, Spreu und Stoppeln“ wegbrennt.
Das Nahen Gottes und das Anschauen Seiner Herrlichkeit geht immer einher mit unserem Tod… und dieser Sterbeprozess geht einher mit Schmerzen. Wir werden es spüren… und es bedeutet Leiden! 

Wir haben gelernt, dass Leiden Gottes Werkzeug ist um uns in Sein Bild zu verwandeln, darum erlaube mir, dir nun eine sehr wichtige Frage zu stellen:
Wie sollte unsere Reaktion zu Ihm nun aussehen? Werden wir Seiner Liebe zu uns so rückhaltlos und hingegeben vertrauen und nicht mehr nach dem „eigenen Nutzen“ trachten… und unsere Leiden mit offenen Armen aus Seiner liebenden Hand annehmen?
Ist die „Realität des Wortes Gottes“ unser Leben, wenn wir sagen:
„Ich weiß, dass Du es am besten weißt! Ich weiß, dass mir alles zum Besten dienen muss, weil es Dein fehlerloses Wort es so sagt! (Rö. 8, 28) Danke Vater, für Deine Liebe, die Du mir in all dem erweist, was ich auf dieser Erde hier durchleiden muss. Möge ich immer mehr absterben, damit alleine Deine Herrlichkeit durch mich scheinen kann! Ich vertraue Dir, Vater, mit allem was ich bin… und ich preise Dich! Lass mich in Allem – unter welchen Umständen auch immer – Deinen Namen verherrlichen!“

Die Jünger haben sogar gelernt, sich inmitten von Leiden zu freuen… und wir werden ermutigt, es ihnen gleich zu tun: 

Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung  geschieht („Materialprüfung“ der Beschaffenheit unseres geistlichen Menschen), nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes;
sondern freut euch, insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freut! – 1.Pet. 4, 12-13 

Ich bin mir völlig bewusst, dass alles, was ich hier schreibe, unserer menschlichen Natur total widerspricht… aber in dieser neuen Einstellung zu unserm Leiden liegt eine tiefe Erleichterung.
Die Annahme des Leidens, aus der liebenden Hand Gottes, öffnet uns die Tür, um mit Seinem Frieden erfüllt zu werden.
Die Situation oder Umstände werden sich nicht ändern, aber anstatt zusätzlich mit Zweifeln, Ängsten und nagenden Fragen gequält zu werden, haben wir die Möglichkeit mit Seinen Frieden erfüllt zu sein! 

Und dieses kostbare Geschenk Gottes wünsche ich allen! 

In dem Moment, wo wir unseren Glauben an das unfehlbare Wort Gottes aktivieren und Ihm willentlich, mehr als unserm momentanen Verständnis – und natürlich unseren Gefühlen, vertrauen, öffnen wir eine Himmelstür, die solange geschlossen ist, wie wir versuchen, das Leiden zu bekämpfen:

Wir bekommen Frieden – Seinen Frieden! 

Einen Frieden, den die Welt nicht kennt – und den sie nicht rauben kann! 

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. – Joh. 14, 27 

Sogar das immer noch gegenwärtige Leiden, kann diesen Frieden uns nicht rauben, solange wir unsere Augen auf Ihn gerichtet halten.
(Und im Fall, dass du doch mal auf die „Wellen“ geschaut hast und feststellst, dass du am Sinken bist: Wende dich ganz schnell an Ihn! Er wird dich nicht untergehen lassen… dich wieder heraufziehen und dich ermuntern, in Zukunft allen Gedanken zu widerstehen, die an Seinem Liebesplan für dich zweifeln.) 

Ob du es glaubst oder nicht… es gibt aber noch mehr als diesen kostbaren Frieden Gottes! Es gibt sogar Freude! 

Freude im Leiden? Vielleicht denkst du jetzt, dass ich nun den Bogen gewaltig überspanne; doch kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen: Es ist wahr! 

Es ist nicht diese laute, geräuschvolle Freude und Lachen… vielmehr eine strahlende, stille doch sehr starke Freude, die dein ganzes Sein durchdringt, aus deinen Augen leuchtet und dein Gesicht strahlen lässt.

Du hast vollkommenen Frieden – und die Freude am Herrn ist Deine Kraft! 

Du wirst wie Paulus dich deiner Schwachheiten rühmen… und die Herrlichkeit Gottes, wird durch dich sichtbar werden. Genau wie er wirst du dich mitten im Leiden freuen. (Kol. 1, 24) 

Viele träumen von der „Offenbarung der Söhne Gottes“ aus Römer 8. Es gibt eine Menge von Theorien/Prophetien darüber, was sie alles tun werden… und welche „beeindruckende Demonstration“ sie der Welt bieten werden.
Immer wenn ich so was lese, muss ich lächeln, schüttele meine Kopf und denke:
„O ja, ich verstehe! Genau das ist es wovon ein natürlicher Mensch träumt: Macht, Zeichen und Wunder, Unüberwindlichkeit und übernatürlicher Sieg!“ 

Lasst uns nicht uns selbst ins Bockshorn jagen, meine Lieben, das Brandzeichen, das jeder echte Sohn, jede echte Tochter Gottes, tragen wird ist: Leiden!
Leiden in solchem Ausmaß, das sie das Maß normaler Menschen hinter sich gelassen haben. Sie werden nicht nur Leiden als etwas Unvermeidliches erdulden… sondern wissend, was es bedeutet, Gott darum bitten, Sein Werk – koste es was es wolle – an ihnen zu vollenden.
Sie sind von solch brennender Liebe zu ihrem Herrn verzehrt, dass sie mit Freuden jeden Schmerz in Kauf nehmen, damit nur Er… nur Er allein… verherrlicht wird.
Nein, sie werden keine beeindruckende Show nach allgemeinem Geschmack bieten… eher wird man sie übersehen.
Doch wenn du dir die Zeit nimmst, sie genauer zu beobachten, wirst du den Himmel in ihnen entdecken. Die Gegenwart Gottes wird auf und mit ihnen sein, wo immer sie hingehen.
Sie werden schwach sein… sehr schwach sein… so schwach, dass mir die Worte fehlen, es passend auszudrücken, doch auf der anderen Seite werden sie unüberwindlich sein, weil sie nicht mehr sich selbst leben – sondern völlig verzehrt von Gott sind!
Weil sie nicht länger sich selbst leben, ist Gott die Basis ihrer ganzen Existenz. Ihnen Widerstand zu leisten, bedeutet direkt Gott zu widerstehen… und wir alle wissen, wie diese Sache wohl enden wird :-)!
Sie sind sich selbst total gestorben und alles was übrigbleibt, ist Christus, der durch ihre schwache, menschliche Gestalt weiterlebt. 

Die „Segnungen“ dieser Welt werden alle einmal vergehen – du kannst sie sowieso nicht festhalten. Es wird der Tag kommen, an dem du sie alle gehen lassen musst - doch den Segen, den das Leiden in dir hervorgebracht hat, wird dein sein - in alle Ewigkeit!

Verstehst du nun, warum Leiden das Beste ist, was dein liebender Vater dir geben kann? 


In Seinem Auftrag


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