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Englische Version


Wahre Gemeinschaft mit Gott
Markus Piercy-Reins
















Wenn wir mit der Vielzahl heutiger Kirchen, Gemeinden, Gruppierungen, Sekten konfrontiert werden... jede für sich behauptend die „Wahrheit“ zu vertreten... fällt es nicht schwer, zu dem Schluss zu kommen, dass wohl keine dieser Gruppen eine Ahnung davon hat, was die Wahrheit wirklich ist.

Wenn wir jetzt noch das Wort Gottes nehmen und aufmerksam darin lesen, wird dieser Eindruck noch verstärkt werden.
Jesus spricht in Johannes 10 von einem Hirten und einer Herde. ER sagt, dass die Schafe dieser Herde Seine Stimme wohl kennen und IHM alleine folgen... vor Fremden laufen sie davon!

Doch diese Erkenntnis wird uns natürlich auch vor Fragen stellen, die wir nicht so schnell und klar beantworten können:
Was ist denn dann mit den Aussagen Jesu? Ist die Bibel damit eine Sammlung religiöser Aussprüche, die sich irgendwann mal jemand ausgedacht hat?
Die „Christen“ beweisen doch mit ihrer gelebten Realität, dass es dies gar nicht gibt!

Ja, dies ist eine Möglichkeit der Fragestellung, die durchaus berechtigt ist... jeder vernünftig denkende Mensch wird zu diesem Schluss kommen.

Doch es ist nur eine Möglichkeit! Die andere ist, dass diese Kirchen und Gruppierungen generell etwas falsch verstanden haben... und die sichtbare Realität nur das Produkt dieses Irrtums ist.
Ist es möglich, dass diese Gruppierungen auf einem Fundament aufgebaut sind, welches so nie von Gott geplant war?

Dies würde damit nur bedeuten, dass diese Gruppierungen eigentlich gar nichts mit den Worten zu tun haben, die Jesus in Johannes 10 sagt!

Also beweist diese Realität nicht die Fehlerhaftigkeit des Wortes Gottes, sondern lediglich die Tatsache, dass diese Gruppierungen nicht identisch mit dem sind, wovon Jesus spricht!

Sie sind nicht die Herde Jesu!

Ich weiß, dass dies sehr harte Worte sind... aber sie sind genauso logisch, wie der erste Schluss, dass Gottes Wort nur das Phantasieprodukt von Menschen ist.

Dass diese zweite Möglichkeit die zutreffende ist, werden wir jetzt ganz klar herausstellen... denn Jesus selbst hat uns den Schlüssel zur Wahrheit überlassen.
ER hat Worte gesprochen, die ohne einen Zweifel klar und unmissverständlich definieren, was ER unter „Seiner Herde“ versteht.

Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater WILL solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen IHN im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Johannes 4, 21-24

Diese wenigen Worte reichen vollkommen aus, um zu verstehen, wen ER mit „Seiner Herde“ meint.
Diese Schriftstelle gehört zu den wichtigsten in Gottes Wort. Hier sehen wir, worum es bei neutestamentlichem Gottesdienst eigentlich geht.

Um den Hintergrund besser zu verstehen, möchte ich einen kurzen Überblick über das geschichtliche Geschehen geben.

Nachdem die Assyrer das Nordreich Israel eingenommen haben, haben sie die dort ansässigen israelischen Stämme vertrieben.
Natürlich werden Einige dieser Vertreibung entkommen sein, aber die wichtige Tatsache ist, dass von umliegenden Völkern Menschen in diese „leeren“ Gebiete einwanderten und sich mit den Übriggebliebenen vermischten.
Vorher war es jedoch schon zu einer Konkurrenz zum „wahren Anbetungsort“ gekommen.
Die Herrscher des Nord-Reiches hatten ihrem Volk teilweise untersagt, in Jerusalem anzubeten, weil sie um ihre Autorität fürchteten.
Ja, sie bestellten eigene Priester und Tempeldiener, welche nicht aus dem Stamm Levi stammten und errichteten einen Tempelersatz.

Natürlich wurde dies von den „Besitzern“ des rechtmäßigen Tempels nie akzeptiert. Als es dann noch zu einer Vermischung mit „unreinen“ Völkern und Religionen kam, war die samaritische Religion geboren, welche aber von den Juden verachtet wurde.
Samariter glaubten an den Gott Israels, aber es war ein „selbstzurechtgeschustertes“ Konglomerat verschiedenster religiöser Vorstellungen.

Dies ist jetzt nur ein sehr komprimierter Überblick, aber er hilft uns zu verstehen, worum es in dem Gespräch Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen ging:

Die wahre Anbetung Gottes!

Diese Frau wusste genau, was die Juden von den Samaritern hielten... und sie wunderte sich sehr, dass Jesus sie um Wasser bat.
Juden mieden den Kontakt zu Samaritern und machten einen großen Bogen um sie.

Natürlich war sie irritiert, als Jesus sie ansprach. Aber sie fing sich ziemlich schnell... und, obwohl sie den Sinn der Worte Jesu wohl missverstanden haben wird... bat sie ihn um dieses lebendige Wasser, welches Jesus ihr angeboten hatte.

In der weiteren Handlung erkennt sie, dass dies kein „normaler“ Jude ist, der da vor ihr sitzt. Sie hält ihn für einen Propheten, einen Mann Gottes... ja, und da kann sie es nicht unterdrücken, sie muss ihn fragen, wie er die Sache mit dem wahren Anbetungsort (oder Gottesdienst) sieht.

Bestimmt rechnete sie jetzt mit einer umfangreichen theologischen Dissertation darüber, warum der Tempel in Jerusalem und der jüdische Gottesdienst die wahren seien.

Doch Jesus antwortet ihr mit den oben zitierten Sätzen... und wenn jeder der sich „Christ“ nennt, diese Sätze verstanden hätte, hätte sich die Geschichte der Welt völlig anders entwickelt!

Jesus sagt hier ganz klar, dass es keinen „wahren“ Anbetungsort, keinen „wahren“ Gottesdienst und keine „wahre“ Religion gibt!

ER sagt, dass der wahre Gottesdienst nur in dem einzelnen Menschen stattfindet, der Gott im Geist und in der Wahrheit anbetet!
Und ER sagt, dass dies der einzige Weg sei, Gott zu gefallen!


Also ganz klar: Jesus sagt, dass die wahre Anbetung Gottes nicht in einer Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Religion, auch nicht an einem bestimmten Ort oder nach einem bestimmten Ritual erfolgt,... sondern nur dann dem Willen Gottes entspricht, wenn der „Anbeter“ sich im Geist und in der Wahrheit Gott naht.

Ja, dies ist radikal! Dies schmeißt unser ganzes religiöses System über den Haufen!

Es geht nicht um die wahre Religion... es geht um eine persönliche auf absoluter Wahrheit beruhende Beziehung zu Gott!

Das ist der Wille Gottes!

Betrachten wir die beiden Komponenten Geist und Wahrheit ein wenig genauer:

Der Geist

Der Geist ist das erste, was Jesus hier als Voraussetzung für wahre Anbetung nennt. Und es ist wichtig, dass wir hier klar verstehen, was Jesus mit „Geist“ meint.

Geist ist nicht unsere intellektuelle Denkfähigkeit, sondern Geist ist das „Organ“, das Gott als eigenständige Komponente erschuf, als ER den Menschen, bestehend aus Geist, Seele und Leib, machte.

Es ist sozusagen das „Tool“, das für den Kontakt mit Gott zuständig ist.

Empfindungen, Gefühle und unser Denken liegen in unserer Seele... und haben mit dem Geist überhaupt nichts zu tun.

Durch die Trennung von Gott, in der jeder Mensch lebt, ist die Komponente Geist inaktiviert.
Wir haben jedoch durchaus noch „geistliche“ Empfindungen, aber sie äußern sich nur dadurch, dass jeder Mensch ein Empfinden für „übernatürliche“ Realitäten hat.

Jedoch kann der Mensch, jetzt seinen Geist nicht gebrauchen, um diesem Empfinden nachzugehen. Er empfindet etwas, was wie ein Vakuum in ihm liegt, aber er kann es nicht füllen.
Jedoch macht ihn dieses Empfinden unruhig und er beginnt, mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Sinnen (Denken und Gefühle) den Versuch, dieses Vakuum zu füllen.

Und das Ergebnis davon sind unzählige Religionen, Kulte, religiöse Praktiken und Riten... es sind alles Produkte unserer Wahrnehmungsfähigkeit, Gedanken und Gefühle.

Da der Mensch jedoch begrenzt ist, müssen diese „Produkte“ zwangsläufig Irrtümer sein... ohne eine Ausnahme.

Da der Geist... das einzig legitime Werkzeug... dem Menschen nicht zur Verfügung steht, müssen alle menschlichen Anstrengungen scheitern!

Doch ist es der Geist, den Jesus hier als erstes erwähnt, um Gott „wohlgefällig“ anbeten zu können!
Ja, ER sagt sogar, dass diese Zeit schon zu Seiner Zeit „ist“, wo die wahren Anbeter Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten werden!

Also muss wahre Anbetung Gottes im Geist möglich sein!

Aber dann müsste der „inaktivierte“ Geist des Menschen wieder funktionsfähig sein?!?
Wie kann dies geschehen?

Nun, hierzu brauchen wir nur ein Kapitel im Johannesevangelium zurückblättern... in Kapitel 3 finden wir die Antwort:
Wir müssen von neuem geboren werden!

Gott muss uns in dieser Wiedergeburt neu erschaffen... ER muss uns wieder mit einem „lebendigen Geist“ ausrüsten!

Also ist nicht der wiedergeboren, der Mitglied einer Kirche ist oder der ein gewisses Ritual durchlaufen hat, sondern der, in dem hinterher etwas vorhanden ist, was vorher nicht da war: ein funktionsfähiger, lebendiger Geist!

Dieser Geist zeigt sich dadurch, dass ein Mensch auf einmal in der Lage ist, das „Vakuum“ erfolgreich zu füllen.
Er ist in der Lage mit Gott zu kommunizieren. Es ist Reden mit Gott und Hören.

Doch Jesus erwähnt noch etwas...

Die Wahrheit

Wahrheit ist Jesus sehr wichtig! Wir finden sehr viele Aussagen über Wahrheit von IHM... und verstehen wir es nicht falsch, Er meint nicht viele Wahrheiten... sonder die eine Wahrheit!

Keine Angst!... Er meint damit nicht die „eine“ wahre Religion! Nein, ER meint damit auch nicht das „Christentum“!

Noch einmal, es geht hier nicht um die Wahrheit eine Religion, sondern die Wahrheit einer Person... der Person Gottes!
Die Wahrheit Gottes hat eine unweigerliche Folge. Die Konfrontation mit Seiner Wahrheit zeigt mir die Wahrheit über mich.

Wahrheit ist keine Religion... Wahrheit ist eine Sache zwischen Gott und Dir! Du selbst musst vor Dir die eine Wahrheit akzeptieren: Die Wahrheit über Dich selbst im Licht der Wahrheit Deines Schöpfers!

Ja, dies tut sehr weh! Wir sind nicht so gut, wie wir meinen zu sein... und wenn wir mit der Wahrheit über uns konfrontiert werden, tut dies ziemlich weh!

Wir müssen die Wahrheit über unsere hoffnungslose Verlorenheit und Hilflosigkeit erkennen... dass wir niemals in der Lage sein werden, von uns aus zu Gott zu kommen.

Aber die Wahrheit hat noch eine andere Komponente... die absolute Wahrheit Gottes beinhaltet auch die Wahrheit über Seine unfassbare Liebe, die uns, trotz unserer absoluten Unwürdigkeit, so beschenken will.

Gott will, dass wohlgefällige Anbeter IHN in Geist und Wahrheit anbeten!

ER will keine Rituale... ER will, dass Du IHN kennst und auf persönlicher Basis mit IHM kommunizierst!

Diese Kommunikation soll nicht förmlich, sondern lebendig sein. Sie soll von Liebe und Freude und nicht von Zwang und Druck oder gar Fanatismus getrieben sein!

Verstehen wir doch, dass alle unsere religiösen Aktivitäten sinnloser Selbstbetrug sind - dass vor Gott nur eines zählt, ob Du IHN in Geist und Wahrheit anbetest!

Ich habe am Anfang sehr deutlich gemacht, dass die Produkte menschlicher Religiosität dem Anliegen Gottes konträr laufen... anstatt, dass wir Zeugen für einen lebenden Gott sind, treiben wir nur seelische Selbstbefriedigung in solch lächerlicher Weise, die viele Menschen, völlig verständlich, an der Wahrheit des Wortes Gottes zweifeln lässt.
Unsere Produkte... Kirchen, Gemeinden, religiöse Gruppierungen... sind somit ein Hindernis für das „wahre“ Reich Gottes!

Es ist an der Zeit, dass wir hier der Wahrheit erlauben, unsere selbstgebauten Kartenhäuser einzureißen.

Stellen wir uns doch der Frage, ob jeder von uns ein wahrer Anbeter Gottes ist... beten wir IHN doch in Geist und Wahrheit an?

Nein, nein... die Zeit für diese Anbetung ist nicht irgendwann einmal im Himmel! Jesus sagt, diese Zeit ist JETZT!!!

Es ist Zeit um ein „Neues“ anzufangen! Erlauben wir der Wahrheit uns zu überführen! Leisten wir doch den Worten Gottes Folge und kümmern uns um die wahre Gemeinschaft mit Gott... die Anbetung Gottes in Geist und Wahrheit!

Und wenn sich dann zwei solcher Anbeter Gottes treffen werden... nun rate mal, was dann wohl zu sehen sein wird?
Stell Dir mal vor, was geschieht, wenn jetzt mehrere, in Geist und Wahrheit Anbetende, zusammen sind!

Gott will keine irdischen Tempel, ER will keine Religionen, ER will keine Theologien und Philosophien... IHN verlangt nach einem Tempel, der aus lauter einzelnen Menschen gebaut ist - Menschen die jeder für sich - und natürlich auch gemeinsam - IHN in Geist und Wahrheit anbeten.

Gott will keine Mega-Church, keine Shows, keine Wunderheiler und auch nicht Deine Aktivität!

Gott will, dass Du und ich IHN kennen... IHN, der allein wahres Leben ist!
ER will, dass unser Leben eine, in Geist und Wahrheit gelebte, Anbetung Gottes ist.

Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.
Denn ER ist unser Gott und wir das Volk Seiner Weide und Schafe Seiner Hand. Wenn ihr doch heute auf Seine Stimme hören wolltet:
» Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste,
wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen. Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen,
sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen. «

Psalm 95, 6-11

Wollen wir Gottes Langmut wie Israel herausfordern, indem wir unseren eigenen Weg wählen, anstatt Seinen Weg zu wählen?

Ja, ER meint Dich!

ER will Deine Anbetung... Gemeinschaft mit Dir!

Fangen wir doch heute an Sein Angesicht in Geist und Wahrheit zu suchen!

Werden wir doch einmal still, und lesen wir doch einmal die obigen Aussagen Jesu in Ruhe durch!
Erlauben wir doch, dass ER uns, durch Sein tiefstes Sehnen, in unserer tiefsten Tiefe berühren kann
Es geht hier nicht um meine Ansichten... es geht um den Willen Gottes!

Sinnen wir doch mal darüber nach, was es für uns bedeutet, wenn Jesus, das lebendige „Wort Gottes“, hier sagt: Der Vater will haben...!


Amen


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