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Englische Version


Blutbund
Markus P-Reins/G.Finley
















… denn das Leben ist im Blut (3. Mose 17, 11)

In einer Welt, wo niemand dem anderen trauen kann, wo Freundschaft nur solange zählt, wie sie mir Nutzen bringt, ist es wichtig ein Fundament zu haben, das auch dann hält, wenn alles andere versagt.
Ja, man kann diese menschliche Sehnsucht bis auf die Beziehung zurückführen, die der Mensch mit Gott im Garten Eden hatte. In diesen Tagen vor dem Sündenfall lebte der Mensch Adam mit Gott, und in dieser engen Beziehung fand er Versorgung, Sicherheit und Freude. Nach dem Sündenfall empfinden wir eine tiefe, tiefe Leere in uns – eine innere Angst vor dem Verlassensein und Einsamkeit; dem Abgeschnittensein von den Lebensadern des Lebens.
Da wir einander brauchen, ja total aufeinander angewiesen sind, war es das Bestreben der
Menschheit sich zu sichern – einen Rückhalt zu schaffen, der mich nie verlässt. Bündnisse sind uns aus den ersten und ältesten Überlieferungen berichtet.
Um das Gewicht eines Bündnisses zu verstärken, floss im Altertum Blut, um einen Bund zwischen zwei Partnern zu besiegeln.

Der Blutbund in der Geschichte

Wie wir aus der Geschichte wissen, war auch das Schließen von Bündnissen keine dauerhafte Angelegenheit. Bündnisse wurden geschlossen und wurden gebrochen, je nach persönlichem Nutzen. Wenn der andere Bündnispartner die Macht dazu hatte, war des anderen Leben verwirkt, aber meistens kam der Treubrüchige davon und so war die Versuchung groß, einen Treueschwur nicht ernst zunehmen.
Die daraus resultierende Unsicherheit suchte nach Auswegen – nach dem ultimativen Bündnis, was absolut nicht zu zerbrechen war.
Schon in den ältesten Keilschriften finden wir ein schönes Beispiel dieses ultimativen Bundes. Das Gilgamesch Epos enthält die Geschichte zweier Helden Gilgamesch und Enkidu. Diese sumerische Erzählung aus den Jahren 2750 – 2500 vor Christus enthält eine kaum zu überbietende Beschreibung einer Blutsbruderschaft.
Aus zwei Individuen wird eine Einheit, jeder lebt nur noch für den anderen und der Tod eines Partners raubt dem überlebenden jeglichen Lebenssinn - Einheit im Leben bis in den Tod.
Wir sehen auch den deutlichen Vorteil einer solchen Verbindung. Dieses absolute Vertrauen ineinander befähigt die beiden Halbgötter, den als unbesiegbar geltenden Berggeist Humbaba zu besiegen.
Wenn diese Geschichte an den Feuern von begabten Erzählern verbreitet wurde, begannen schon die jüngsten Zuhörer den Sinn eines Bundes zu verstehen – Stärke, Unüberwindlichkeit und Sicherheit.

In 1. Samuel 18, 1-3 sehen wir einen ähnlichen Bruderbund. Jonathan gewann David lieb, wie seine eigene Seele. Auch wenn uns die Bibel nicht sagt, dass David und Jonathan einen Blutbund geschlossen hätten, beschreibt sie uns doch sehr bildlich die Tiefe der Beziehung die zwischen ihnen herrschte, die unaussprechliche Trauer, die David erfasste als seine „zweite Hälfte“ in der Schlacht fiel.

Trotz aller dieser Bemühungen, trotz aller idealisierenden Erzählungen, sehen wir, dass auch diese Bündnisse gebrochen wurden oder nicht tragfähig waren. Wenn etwas ganz deutlich wird, dann diese Tatsache, dass ein Mensch, hier auf dieser Erde, keinen absoluten Bund mit einem anderen Menschen eingehen kann.
Auch wenn wir das Sehnen nach absoluter Verlässlichkeit tief in uns tragen, wir können es in uns nicht finden. Dieser Wunsch kann auf Erden nicht erfüllt werden – Erde bleibt Erde - wahre Bünde müssen aus anderem Material geschaffen sein. Da wir vergänglich sind, ist alles was wir erzeugen, auch unsere Bündnisse, vergänglich.
Der einzige Bündnispartner, der in der Lage ist, einen absolut unzerbrechlichen Bund zu schließen ist Gott. Kein anderes Wesen beinhaltet die Ewigkeit. ER ist ohne Anfang und ohne Ende – Zeit, und damit Vergänglichkeit, gibt es für IHN nicht.

Der Blutbund zwischen Abraham und Gott

In 1. Mose 15, 17-21 wird uns das Bündnisritual zwischen El Shaddai, dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde, sowie Abraham geschildert. Gott hatte zu Abraham gesagt, dass er Tiere für das Bündnis schlachten solle. Gemäß dem damaligen Ritual tötete Abraham die Tiere, zerteilte sie in der Mitte und legte sie rechts und links einer gedachten Gasse auf den Boden. Während des Rituals gingen dann beide Partner, in dem Blut der Tiere, zwischen den Hälften hindurch, und schworen sich lebenslange Treue. Dort besiegelten sie die Bündnisbedingungen, und die Flüche die denjenigen treffen sollten, der jemals diesen Bund brechen würde. Dies war ein heiliger Moment der die ganze Existenz der Bündnispartner betraf – bis in ihren Tod.
In dieser Bibelstelle sehen wir dies, als eine Feuerfackel zwischen den Kadaverhälften hindurch fährt.
Gott verspricht Abraham ewige Treue und erwartet von ihm ein Zeichen des Bundes – die Beschneidung. (1. Mose 17, 1-14)
Auch diese Beschneidung ist ein „blutiges“ Ritual, dass jeder männliche Nachkomme Abrahams ertragen sollte. Gott sagt in Vers 13 ,dass dieser Bund ein ewiger Bund sei. Im folgenden Vers erkennen wir auch die Folgen eines Bündnisbruches – den Tod.
Dieser Punkt ist sehr wichtig, und wir werden nachher noch darauf zurückkommen, doch zunächst wollen wir uns dem heiligsten aller Bündnisformen zuwenden – dem Blutbund.

Dies ist der Bund den Abraham schloss – und dieser Bund kann bis heute geschlossen werden!
Gott ist der Traumpartner eines jeden menschlichen Bündnispartners. Wenn du mit IHM einen Blutbund schließen könntest, wenn du mit Ihm zu einer Einheit würdest, wenn es nicht mehr ich und Er, sondern nur noch wir hieße, hättest du den ultimativen Bund geschlossen.

Aber dieser Bund hat einen Preis, er kostet dich das Höchste was du geben kannst – dein Leben. Du musst dein Leben lassen, um SEIN Leben zu gewinnen. Du musst sterben, damit ER in dir leben kann. Im Folgenden werden wir uns diesen Bund genau anschauen.

Der ewige Blutbund

Jeder Bund, den Menschen je geschlossen haben, beruhte immer auf dem Einverständnis zweier Bundespartner. Sie wägten den Kosten / Nutzenfaktor ab und schworen sich, zu gegenseitigem Nutzen, die Treue.

Gott hingegen wählte einen ganz anderen Weg. ER zeigt uns den Weg zu SEINEM ultimativen Bund:
Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
(Johannes 15, 13)
Jesus sagt hier, dass ER den größten aller denkbaren Liebesbeweise erbracht hat, als ER sich für uns schlachten lies, bevor ein Bündnispartner vorhanden war.
Dieser Tod Jesu steht nicht nur für eine Vergebung unserer Schuld – er ist auch ein Bündnis, der höchste Bund, der je geschlossen werden kann. Kein anderer Bund hatte je solch dramatische Auswirkungen wie dieser, keiner kostete einen so hohen Preis.

In Matthäus 26, 26-29 sagt Jesus die folgenden Worte:
Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.
Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;
das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.
Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken, bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde, mit euch in meines Vaters Reich.
Jesus spricht hier vom „Blut des Bundes“. Es ist nicht irgendein Bund, von dem Jesus hier spricht, es ist der höchste denkbare Bund, der möglich ist – ein ewiger göttlicher Blutbund!
Dieser Bund macht aus Menschen und Gott eine Einheit. Wir werden göttlicher Natur teilhaftig.
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind.
(Johannes 17, 21-22)

Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir IHM gleich sein; denn wir werden IHN sehen, wie er ist.
(1. Johannes 3, 2)
Wir sehen in diesen Schriftstellen die unfassbaren Dimensionen dieses neuen Bundes. Dieser Bund sprengt die Vorstellungskraft unseres Menschseins.

Doch wie bei Abraham, hat dieser Blutbund eine Bedingung, die wir erfüllen müssen. Bei Abraham war es die Beschneidung, welche Gott von ihm und seinen Nachkommen erwartete. Auch der neue Bund hat eine solche Bedingung – unseren Tod. Hier ist nicht unser physischer Tod gemeint – nein, es geht um das Sterben unserer Ziele, Wunschvorstellungen und Träume. Alles, was sich in uns der rückhaltlosen Auslieferung in Gottes Hand entgegenstellt, muss sterben. Jesus sagt:
Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.
(Matthäus 16, 25)
Paulus drückt das so aus:
Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. (Philipper 1, 21)

Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?
So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.
Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.
(Römer 6, 3-5)
Jesus sagt:
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. (Lukas 14, 33)

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.
Wer sein Leben liebt, verliert es; und wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es zum ewigen Leben bewahren.
Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach! Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren.
(Johannes 12, 24-26)
Ja, dieser Bund hat einen Preis. Ich weiß, dass über diesen Preis in der heutigen wohlhabenden Christenheit nicht mehr gesprochen wird. Heute wird ein Jesus gepredigt, der errettet und heilt, aber dass wir Bundesbedingungen eingehen, das wird den Gläubigen verschwiegen.
Trotz dieser Unwissenheit ist dieser Bund aber aktiv. Alle Verheißungen, die dieser Bund mit sich bringt werden inaktiviert, wenn wir unseren Bündnisverpflichtungen nicht nachkommen. Ja, noch viel schlimmere Auswirkungen sind uns im Wort Gottes beschrieben. Lesen wir:
Wer also unwürdig das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein.
Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch.
Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt.
Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen.
(1. Korinther 11, 27-30)
Erinnern wir uns an Gottes Bund mit Abraham, dort sagte Gott, dass derjenige, der Gottes Bund missachtet, und sich nicht beschneiden lässt, ausgerottet werden sollte.
Auch der neue, viel weiter reichende, Bund hat Konsequenzen für den Fall der Missachtung durch uns.
Das Abendmahl ist nicht irgendein kirchlicher Ritus – nein, es ist ein heiliges Bündnisritual mit unserem Gott. Tod und Krankheit, unnötiges Leid und Schmerz, geistliche Ineffektivität und Lähmung sind die Folge, wenn wir nicht bereit sind, unseren Part des Bundes zu erfüllen – unser selbst zu sterben, damit Jesus in uns leben kann. Dagegen helfen auch kein besseres Marketing oder mitreißendere Shows.
Das Abendmahl ist ein Blutbundritual, eine heilige Handlung, und es kann nur derjenige vor Gott wohlgefällig einnehmen, der bereit ist, zu seinem Part des Bundes uneingeschränkt ja zu sagen – dem eigenen Sterben.
Wer sich diesem entzieht, setzt sich den daraus folgenden Konsequenzen aus – ohne eine einzige Ausnahme.
Wer nicht bereit ist die Bündnisbedingungen zu erfüllen sollte es sich gut überlegen, ob er am Abendmahl teilnimmt.

Ich weiß, so mancher wird jetzt erst mal schlucken und denken: „Das hat mir aber noch niemand gesagt!“
Bitte, sei einen kurzen Moment still, bitte Gott um Offenbarung SEINES Willens für Dich. Es ist so entscheidend wichtig, dass wir aufhören uns unser eigenes Gottesbild zurechtzuzimmern. Wir müssen zu Gott kommen wie ER ist.
Die höchsten Verheißungen sind uns gegeben – wo sind sie heute sichtbar? Wo sind die Gläubigen, in denen die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird? Warum ist alles krank und geistlich tot?
Noch können wir unser Lebensruder herum werfen, doch dazu brauchen wir klare geistliche Sicht.
Und dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt der "Amen", der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes:
Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest!
Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist,
rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. Sei nun eifrig und tu Buße!
Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir (Bündnisritual - d.h. den Bund bekräftigen).
Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.
Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt!
(Offenbarung 3,14-22)
Gott wartet darauf, dass du kommst. ER hat SEINEN Part vor 2000 Jahren erfüllt. SEIN Bund steht fest, und jeder darf den Reichtum dieses Bundes erfahren, der bereit ist den Preis zu zahlen – den Tod des eigenen Ichs.

In Psalm 50, 5 spricht Gott die folgenden Worte:
Versammelt mir (engl.: zu mir) meine Heiligen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.
Es gibt einen Ort wo wir unseren Bündnispartner treffen können. Es gibt einen Ort wo ER auf dich wartet – am Opferaltar. Dort wirst du IHN finden. An dem Ort wo du aufhörst du selbst zu sein, dort wo dein Leben vom Feuer der Hingabe und bedingungslosen Liebe verzehrt wird, wirst du dein Leben finden – in IHM.

Werde ein Überwinder - die Herrlichkeit Gottes wartet auf dich!


AMEN


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