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Englische Version


Revolution
Markus Piercy-Reins















Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.
Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln.
Denn die, die nach dem Fleisch sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist; die aber, die nach dem Geist sind, auf das, was des Geistes ist.
Denn die Gesinnung des Fleisches ist Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden,
weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, denn sie kann das auch nicht.
Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen.
Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein

Römer8,1-9

In dieser Botschaft geht es um den Grund geistlicher Lähmung im Leben eines Gläubigen, die verhindert, in der Fülle dessen zu leben, was Gott uns in Christus Jesus geschenkt hat. Obwohl alles vorhanden und einfach zu ergreifen ist, wirst du es nie sehen, schmecken oder erfahren – wenn du die Voraussetzung dafür nicht erfüllst.

Erschwerend kommt hinzu, dass dieser Mangelzustand sehr gerne mit Placebos und religiösen Ersatzbemühungen gefüllt wird, die uns mit augenscheinlich „heiligen“ Aktivitäten (wie Mission, hingegebenen Gebetsleben und sozialem Engagement) beschäftigen. Ja, wir können sogar Experten der Bibelkunde sein, ohne jemals „das Leben“ kennen zu lernen, welches uns die Bibel bezeugt.

Du musst das „Gesetz der Sünde und des Todes“ sowie das „Gesetz des Geistes und Lebens“ kennen, um den richtigen Glaubensstand einzunehmen. Darum lasst uns mit dem anfangen, mit dem wir alle sehr vertraut sind:

Dem Gesetz der Sünde und des Todes

Jeder Mensch, ohne eine Ausnahme, ist diesem Gesetz unterworfen. Es durchdringt unser ganzes äußeres und inneres Leben von Mutterleibe an. Obwohl ein kleines Baby nicht willentlich sündigen kann, ist seine ganze Existenz von diesem Gesetz beeinflusst – genauso wie das „Gravitationsgesetz“ uns von dem Moment an formt und beeinflusst, wenn wir durch die Vereinigung von Ei- und Samenzelle entstehen.
Wir können ihm nicht entkommen, weil die Ebene unserer Existenz uns diesem Gesetz unterwirft. Genauso, wie es eines Raumschiffes bedarf, um dem Gesetz irdischer Schwerkraft zu entkommen, so benötigt es Mittel, die „nicht von dieser Welt“ sind, um dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ zu entkommen.
Doch können wir nicht Raumschiffe bauen? Genau… und so sind wir versucht, unsere „Errettung“ durch das zu bewirken, was wir selbst tun können… und die ganze Christenheit (natürlich, gibt es ganz wenige Ausnahmen!) ist entzückt, diesen Unsinn „das wahre Leben eines Gläubigen“ zu nennen.

Ich bin hier um es zu entlarven… und es kann durchaus schmerzhaft werden!

Es hat alles seinen Anfang darin, dass der Mensch sich seines wahren Zustandes sehr wohl bewusst ist. Wir fühlen sehr deutlich unsere Unwürdigkeit, Selbstliebe, unsere Gier und Lüste… und ein ständiges Flüstern begleitet uns von dem Moment an, wo wir unser selbst bewusst werden:
„Du bist nicht gut genug! Du solltest das aber besser machen! Nein, das ist nicht richtig; so solltest du dich benehmen! usw. usw.“
Wir hören es zuerst von unseren Eltern und denken, dass dies auch die Botschaft ist, die Gott uns gibt. Es ist alles so natürlich, dass man kein Jünger Christi sein muss, um diese „Tatsache“ zu kennen. Es ist, nichtsdestotrotz – eine große Lüge!
Jedoch sehen wir dies absolut anders! Wir sind davon überzeugt, dass wir bessere Menschen sein müssen, in der Hoffnung, eines seligen Tages, den Erfolg unserer endlosen „Besserungsbemühungen“ sehen zu können.
Alle Religionen stammen von dieser Verführung! Es ist egal, ob du deine Rituale und Gebete als Moslem, deine Meditationen und guten Werke als Buddhist oder Hindu tun musst… ja, auch die Gebete, Gottesdienstbesuche und Aktivtäten, die du meinst, als Christ tun zu müssen, gehören dazu! Egal, wie du es selbst bewertest, es sind alles Aktivitäten, die dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ entspringen.

Jeder denkende, aufrichtige und ehrliche Mensch, wird sich jedoch in einem nichtendenden  schrecklichen Albtraum, einer Folterkammer wiederfinden: Du kannst dich bemühen so viel du willst – die nervende Stimme in uns ist niemals zufrieden. Niemals bist du gut genug! Es ist zum Verzweifeln; je „besser“ du wirst, desto klarer siehst du neues Versagen!
Und solltest du dich der Illusion hingeben, endlich „deine Dämonen“ besiegt zu haben, dauert es bestimmt nicht lange, bis du auf dem Boden der Realität wieder aufwachst. Wie lange brauchst du, bist du endlich kapierst, dass dieses „Gesetz“ dir keine schönen Träume erlaubt?

Ich schrieb oben, dass wir denken, dass Gott will, dass wir besser werden… und zu einem gewissen Grad will Er das auch. Jesus sagt: „Wenn nicht eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen.“ (Matt. 5, 20)
Er war es, der das „Gesetz der Sünde und des Todes“ anfangs errichtete – jedoch nicht, damit wir es erfolgreich erfüllen, sondern um durch es total zerbrochen zu werden!
Dieses Gesetz, ist ein gnadenloser Sklaventreiber, der einzig dem Zwecke dient, dich an das Ende deiner eigenen Bemühungen zu bringen. (Matt. 12, 20, Gal. 3, 24+25)
Letztendlich, nach vielen Jahren erfolgloser Versuche uns selbst zu verbessern, stehen wir vor dem Scherbenhaufen unserer eigenen Bemühungen, um endlich unsere absolute Unfähigkeit einzugestehen. Wir wissen, dass wir Ihm NICHTS geben können. Wir wissen, dass wir rettungslos verloren sind und wenn Er uns nicht rettet, unsere Sünde bedeckt und uns aus unserem natürlichen Stand herausrettet, es keine Rettung für uns gibt. Wir sind dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ unterworfen – es sei denn; Er versetzt uns auf die neue Ebene der Sohnschaft. (Rö. 4, 4+5)

So weit, so gut! Die meisten werden hierzu zustimmen… und richtig, da ist nichts absolut nichts Bedrohliches dabei!

Jedoch, wieso kommt es dann, dass wir, nachdem wir Gottes Vergebung empfangen haben, nun ein „Neues Leben der Befolgung von Regeln und Verhaltensweisen“ auf uns gelegt wird?
Wie kommt es, dass wir meinen, nachdem wir solch unfassbare Gnade empfangen haben, dass wir nun beweisen müssten, wirklich würdig dieser Errettung zu sein, indem wir ein Leben nach dem „Buch“ lebten?
Warum denken wir, dass wir die Bibel so gut wie möglich kennen müssten, damit wir erfolgreich nach Gottes Geboten leben können? Einige glauben sogar, dass es der Heilige Geist ist, der uns diese Fähigkeit verleihen würde!
Wie kann das „Gesetz der Sünde und des Todes“, welches einzig dem Zweck diente, uns zur Buße zu führen, indem es unsere eigene Unfähigkeit offenbarte, nun das Gesetz für ein Kind Gottes sein, welches, alleine durch unverdiente Gnade errettet wurde? Warum beziehen wir uns immer noch darauf, wie wir hier auf Erden wandeln, wenn es darum geht, unseren geistlichen Zustand zu beurteilen – anstatt die „Schwerelosigkeit unseres Raumschiffes“ nach dem „Gesetz des Geistes und Lebens“ zu genießen?

„Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ (1.Kor. 2, 9)

Es liegt daran, dass uns das „Gesetz der Sünde und des Todes“ so vertraut ist. Richtig, das ist überhaupt kein Problem! Dieses ist uns nur zu gut bekannt! Hat es uns errettet? NEIN!
Warum lehnen wir es dann nicht völlig ab? Warum versuchen wir Gott mit unserem Verhalten zu beeindrucken, welches von dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ geprägt ist und meinen sogar, mit den Werkzeugen dieses alten, verfluchten Gesetzes nun „würdig unserer hohen Berufung und Errettung“ leben zu können?
Das kann doch nicht funktionieren! Richtig? Im Galaterbrief lesen wir, dass, nachdem ihm Christus begegnet war, Paulus für vierzehn Jahre in die Wüste ging. Dort wurde er alleine von Gott unterwiesen. Meinst du, dass Gott ihm etwa gezeigt hat, wie er ein noch besserer Pharisäer sein könne, als der, der er schon war? (so, wie wir es in Philipper 3 lesen)

Wenn dies so stimmen würde, hätte er niemals geschrieben, dass es OK ist, vom Fleisch zu essen, das Götzen geopfert wurde (1.Kor. 8, 4-13 und 10, 25-31)… weil es klar dem geschriebenen Wort Gottes WIDERSPRICHT! (Behalte bitte im Auge, dass das einzige „Wort Gottes“, auf das er sich beziehen konnte, das Alte Testament war!)
Wie konnte er schreiben: „Alles ist erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist erlaubt, aber nicht alles erbaut“ ? (1.Kor. 10, 23)
Alles ist ALLES… in dem Moment wo es heißt „alles, außer dem“ ist es nicht mehr ALLES, richtig? Denk darüber mal eine Weile nach!

Er sagt sogar: „Denn warum wird meine Freiheit von einem anderen Gewissen beurteilt?“ (1.Kor. 10, 29) War nicht dieses Gewissen, dieses ständige Flüstern, der Diener, der in der Vergangenheit mit dem „Gesetzes der Sünde und des Todes“ perfekt Hand in Hand arbeitete?
Richtig, doch nun lesen wir, dass unser Gewissen völlig gereinigt wurde, als wir uns dem Throne Gottes näherten. (Heb. 10, 22)
Heute verstehen wir nicht mehr, welche Revolution dies für einen Juden bedeutete… geschweige denn für einen „Super-Juden“, einem Pharisäer, wie Paulus, Wir wurden nicht unter der jüdischen Version des „Gesetzes der Sünde und des Todes“ erzogen… obwohl wir natürlich unsere eigenen Versionen haben!
Dies so zu schreiben, bedeutete für Paulus, gegen das Gesetz Moses zu schreiben. Es bedeutete, gegen alles zu schreiben, was die Propheten seinen Vorfahren vorwarfen.
Es war eine solche Revolution, dass es verständlich ist, warum andere Juden ihn als Gotteslästerer steinigen wollten! Und richtig, es war genau dieses Gesetz Moses, das ihnen befahl, so mit einem Mann zu verfahren, der so sprach und schrieb, wie Paulus es tat!

Heute haben wir ein Neues Testament, welches zum größten Teil von Bruder Paulus geschrieben wurde. Er kämpfte den Kampf des Glaubens. Widerstand jüdischen Gläubigen, die, obwohl alleine durch Gnade errettet, dummerweise meinten, nachdem sie im Glauben begonnen hatten, es nun im Fleische beenden zu müssen… und dies nur, weil ihnen ihr „Gesetz der Sünde und des Todes“ so vertraut war. (Gal. 3, 3)

Leider, missachten die meisten Gläubigen das „Gesetz des Geistes und des Lebens“ und unterwerfen sich wieder dem „Gesetz der Sünde und des Todes“, weil jeder, den sie um sich herum wahrnehmen, es genauso macht. Sie kreieren sogar aus den  Worten des Neuen Testamentes eine Art „Neues Gesetz“! Jedes geschriebene Wort wird zu einem verpflichtenden Ausspruch Gottes, nach dem du heute zu leben hast… und zwar genau – bis auf den i-Punkt! Frauen müssen lange Haare haben, eine Kopfbedeckung tragen und dürfen in der Gemeinde nicht sprechen usw. usw. Obgleich Paulus schrieb, dass er und die Gemeinden sich um solche Angelegenheiten nicht streiten würden (1.Kor. 11, 16), wird diese Aussage völlig ignoriert. Diese Gläubigen denken, dass man besser alles genau befolgt, denn wenn man nicht alles beachtet, was Paulus, Petrus und Johannes schrieben, „kann man wohlmöglich noch am Ende die Errettung verlieren“.

Ich weiß, dass ich hier etwas übertreibe, aber es muss so sein, damit der Irrgeist, der die meisten Gläubigen lähmt, offenbart wird.
Obwohl sie allein durch Gnade errettet wurden (ja, ich weiß, das sagen und predigen sie alle!), wird ihr Leben nicht durch das „Gesetz des Geistes und des Lebens“ bestimmt, sondern es zeigt sich, wie sie den Spagat versuchen, ihr mündliches Bekenntnis mit der offensichtlichen Realität ihres Lebens in Einklang zu bringen, welches die klaren Anzeichen des „Gesetzes der Sünde und des Todes“ trägt  Natürlich, alles fein säuberlich, hinter fromm-klingendem, religiösen Vokabular und Bibelversen versteckt!
Dies ist nicht der Geist der Liebe und der Freiheit, sondern ein Geist des „du-sollst, du-darfst-nicht“. Es geht nicht darum, mit der Stimme Jesu persönlich vertraut zu sein und ihr treu – auch trotz Furcht und Zweifeln - zu folgen, sondern nur um die Befriedigung des äußerlichen Scheins einer toten Religion, die sich Christentum nennt!

Paulus konnte darüber nicht schweigen und auch heute muss es noch wiederholt werden. So wie er eine persönliche Offenbarung Gottes hatte und sein ganzes Leben dafür einsetzte, um dies zu predigen, genauso muss heute der Schein toter Religion offen gelegt werden.

Wie kam es dazu, dass wir in diesem schrecklichen Zustand endeten?

Nun, ein Leben, gelebt nach dem „Gesetz des Geistes und des Lebens“, hat einige Auswirkungen auf uns, welche unserer alten Natur – ganz auf das „Gesetz der Sünde und des Todes“ getrimmt – ganz und gar nicht gefallen! Dem „Neuen“ geht es alleine um den Tod des „Alten“! Und das ist überhaupt nichts, was du oder ich machen müssen, wie einige verwirrte Leute denken, sondern es wird automatisch aktiviert, sobald das „Gesetz des Geistes und des Lebens“ in unser Leben herein tritt. Du brauchst dir gar keine Sorgen machen – du kannst es überhaupt nicht verpassen! Sobald du unter dem „Neuen“ bist, erleidet das „Alte“ Schmerz und Pein und versucht ständig, sich, auf alle mögliche Art und Weise, aus dieser schrecklichen und ungemütlichen Situation heraus zu winden.
Ah… und eines der effektivsten Werkzeuge hierfür bietet Religiosität! Richtig, es ist alles tot und leblos… jedoch wird eine oberflächliche Befreiung von dem ständigen Gestank des Todes angeboten, indem alles in den „lieblichen“ Geruch einer Illusion getaucht wird.
Gott vergewaltigt uns nicht und deshalb wird Er dich niemals zwingen! Er möchte deine Liebe… und nicht deine Show! Er will dein ganzes Herz… und nicht das, was du tust!

Deshalb können wir es halten, so wie wir es wollen und jedes Unbehagen und Leid vermeiden, dass das „Gesetz des Geistes und des Lebens“ mit sich bringt, indem wir das wählen, was das „Alte“ in uns befriedigt. Jedoch hat dies unvermeidbare Konsequenzen: Gott ist davon überhaupt nicht begeistert und wir betrüben Seinen Geist in uns. Er zieht sich zurück und wir leben unsere „Version göttlichen Lebens“ – jedoch ohne Seine Gegenwart!
Aus diesem Grund ist die Christenheit in ihrem heutigen Status! Sollten wir nicht lieber alle wie Paulus einige Zeit in der Wüste verbringen, um von DEM LEBEN alleine unterwiesen zu werden?

Das „Gesetz der Sünde und des Todes“ macht uns glaubend, dass wenn wir nicht betrügen, lügen, stehlen, keinen Ehebruch oder Mord begehen und nicht wütend reagieren und stattdessen die liebsten, ehrlichsten, hingebend gebenden, immer die Bibel lesenden (am besten sollten wir sie auswendig lernen) Super-Christen sind, dass wir Gott wohlgefällig seien. Obwohl dies auch jeden Ungläubigen überzeugen würde, dass dies göttlich sei, kommt es eigentlich von dem Fleisch, von dem, was wir tun können, von unseren Anstrengungen… und NICHT von Gott!
ALLES, was wir aus unseren Anstrengungen produzieren, kommt IMMER aus dem Fleisch und ist NIEMALS von Gott! Es entspringt nicht dem „Gesetz des Geistes und des Lebens“, welches so funktioniert, dass wir ALLES, ALLEINE von Gott selbst, empfangen! Von uns gibt es NICHTS - und nichts, heißt wirklich NICHTS - dass wir Ihm bringen könnten.

Das „Gesetz des Geistes und des Lebens“ ist überhaupt nicht stressig, wie das zuvor erwähnte. In der Tat ist es sehr einfach! Es lautet einfach: Meine Schafe hören Meine Stimme und folgen Mir!
Paulus und alle anderen Jünger folgten diesem Gesetz – und deswegen haben wir heute ein Neues Testament. Wenn sie die Einstellung gehabt hätten, welche wir bei der Mehrheit der Gläubigen heute vorfinden, hätten wir wohl nichts weiteres, als die geschriebenen Zeugnisse und Briefe von all diesen „Super-Juden“, welche, (durch die Auferstehungskraft Jesu, natürlich!), es endlich geschafft hatten, das Gesetz Moses… bis auf den i-Punkt… zu erfüllen!

Nun, möchte ich zu dem Knackpunkt kommen, der für jeden Gläubigen so wichtig ist:

Das Gesetz des Geistes und des Lebens

So wie kein physikalisches Objekt der Schwerkraft entkommen kann, genauso wenig kann ein natürlicher Mensch dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ entkommen. Es ist in unsere Existenz integriert, durchdringt unser Denken bis hin zum Unterbewusstsein. Es dient einer gottgewollten Funktion – jedoch nur bis zu dem Punkt wo Leben aus Gott ein Menschenleben ergreift.
Es kommt der Moment völliger Gebrochenheit und Versagens unter der vollen Wucht des „Gesetzes der Sünde und des Todes“, um dann im nächsten Moment, nach der wiederbelebenden Berührung Gottes, so komplett entfernt, so völlig überflüssig zu werden, das sogar die Erinnerung daran, den Geist Gottes unweigerlich betrübt. (Hebr. 8, 10-13)

Das alte Leben ist so völlig ausgelöscht, dass Gott sich daran nicht mehr erinnert – es ist so als habe es nie existiert! Du bist in solcher Weise mit Gott verbunden, als ob Adam und Eva niemals die Implementierung des „Gesetzes der Sünde und des Todes“ verursacht hätten. Du bist eine völlig neue Schöpfung… und mit dieser neuen Schöpfung kommt eine neue Ordnung, ein neues Gesetz: Das Gesetz des Geistes und des Lebens.
Dieses Gesetz hat mit dem Alten absolut NICHTS gemein! Es funktioniert auf einer völlig anderen Ebene – und weil es eben so unterschiedlich ist, müssen wir die „alte Lebensweise“ völlig ablehnen, indem wir lernen nach dem erneuerten Herzen zu fühlen, denken und zu handeln. (Rö. 12, 1-2)
Diese Ablehnung des Alten ist, was du und ich selbst zu tun haben. Gott wird es uns nicht aufzwingen, weil Zwang entgegen Seinem schöpferischen Plan für die Menschheit ist. So wie Er dem Menschen die Freiheit und Unabhängigkeit gab, sich gegen Ihn zu wenden und nicht eingriff, so wird Er auch jetzt nicht eingreifen, sondern erwartet von uns, dass alte vergangene Leben, unter dem „Gesetz der Sünde und des Todes“, als Null und Nichtig zu betrachten, indem wir sogar alles angeekelt ablehnen, was nur den leichtesten Geruch des „Alten“ hat. Wenn unser altes Leben ein endloser - und aussichtsloser - Kampf gegen unsere Wünsche war, der sofort von einem schlechten Gewissen und Verdammnis gefolgt wurde, erwartet Er nun von uns als erstes Ihm unser Verlangen zu übergeben und dann jeden Gedanken der Verdammnis, unter dem „Gesetz des Geistes und des Lebens“, gefangen zu nehmen… denn… es gibt jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. (Rö. 8, 1-2)

Paulus beschreibt dies wunderbar:
Wenn ihr nun mit Christus den Mächten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt:
Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren? Das alles soll doch verbraucht und verzehrt werden.
Es sind Gebote und Lehren von Menschen, die zwar einen Schein von Weisheit haben durch selbst erwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch. (Kol. 2, 20-23)

Wir sind berufen, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen; nicht indem wir uns eng an jeden Buchstaben der Bibel klammern, sondern, indem wir beginnen auf einer total neuen Existenzebene zu leben… und zwar so neu und fremdartig, dass es niemals von einem unerlösten, menschlichen Verstand entspringen kann.

Erstens: Wenn du der heiligste aller Menschen wärest, der jemals gelebt hat, all deine Gerechtigkeit würde Gott nichts bedeuten (Jes. 64, 5). Nichtsdestotrotz kannst du solch eine perfekte Reinigung empfangen, dass Gott dich so ansieht, als wärest du nie von Ihm getrennt gewesen. Du kannst nichts dafür tun um es zu empfangen – es ist ein freies Geschenk für jeden, der an Jesus Christus glaubt!

Zweitens: Vergiss die Idee, dass du, nachdem du dieses unfassbare Geschenk erhalten hast, nun deine Würdigkeit dadurch beweisen müsstest, indem du fortan „super-heilig“ sein müsstest. Kompletter Unsinn!
Nicht nur hast du Seine Vergebung umsonst erhalten – alles, was du nun brauchst um nach dem neuen „Gesetz des Geistes und des Lebens“ zu leben, kann niemals aus dir selbst kommen, sondern wird in dir durch Seinen Heiligen Geist aktiviert, wenn du Ihm erlaubst dein Denken nach Seinem Plan zu erneuern.
Er hat schon im Voraus alles bereitet, was du und ich tun müssen (Jo. 15, 5,  Eph. 2, 10). Veränderung geschieht nicht durch deine Anstrengungen, sondern ganz einfach dadurch, dass du in Seiner Gegenwart bleibst und deinen Blick auf nichts anderes richtest, als Ihn alleine zu lieben. (2.Kor. 3, 18)

Und zuletzt: Es gibt für dich kein Gesetz mehr – außer dem einen, dass in inwendig deines Herzens geschrieben wurde! (Jer. 31, 33 / Hes. 11, 19 u. 36, 26)
Vergiss, was andere sagen! Wenn wir eines Tages vor Gottes Thron erscheinen müssen, wird Er uns nicht fragen, ob wir der Bibel gefolgt sind, oder ob wir das getan und befolgt haben, was andere uns sagten. Er wird uns nur danach fragen, ob wir Ihm treu nachgefolgt sind und alles das aus Glauben praktisch gelebt haben, was Er uns gesagt hat.
Es gibt nur eine Sache, die von dir erwartet wird: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem GANZEN Herzen und mit deiner GANZEN Seele und mit deiner GANZEN Kraft und mit deinem GANZEN Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst. (Lu. 10, 27)
Liebe jedoch, kann nicht erzwungen oder befohlen werden. Wahre Liebe Gottes ist die Erwiderung eines neuen Herzens und Geistes, welche „Abba. lieber Vater!“ rufen. Wie wir sehen ist dies kein „Gesetz“ so wie wir generell Gesetze verstehen. Unser Handeln ist nicht die Frucht von Gesetzesgehorsam,  sondern das Resultat dessen, was Gott in uns tut! Das einzige, was Gott in dir und mir suchen wird, ist – LIEBE!
So kannst du nun ruhig JEDES Gesetz vergessen, von dem du bis jetzt gehört hast… aber gebe dich nicht der Vorstellung hin, du könntest nun tun, was dir gefällt!
Wie ich schon zuvor beschrieben habe, bist du nun unter einem „neuen Gesetz“… und ja, dieses „Gesetz der Liebe“ wirst du sehr wohl als Zuchtmeister kennenlernen, den du so noch nicht gekannt hattest (Hebr. 12, 6-11)… aber dies bedeutet jetzt nicht, dass du dich darum kümmern müsstest: Dies ist der Job des himmlischen Gärtners (Jo. 15,1-2).

Gott ist sehr erfreut, wenn du nach „Seinem Gesetz“ lebst und dich gegen das, dich umgebende, „Gesetz der Sünde und des Todes“, welches ständig versucht dich wieder ihm zu unterwerfen, widersetzt.  Insbesondere seien hier die, ständig auf die Bibel verweisenden, sogenannten „Glaubensgeschwister“ erwähnt, welche selbst nie die Freiheit, welche im „Gesetz des Geistes und des Lebens“ liegt, persönlich geschmeckt haben.
„Meine Schafe hören meine Stimme und folgen Mir!“ sagt Jesus. Dies ist etwas sehr intimes zwischen dir und Ihm alleine. Warum sollte deine Freiheit durch das Gewissen eines Anderen gerichtet werden? (1.Kor. 10, 29)

Ich kann jetzt förmlich die Frage spüren, die dir unter den Nägeln brennt:
„Wie kann dies funktionieren? Wird das nicht alles letztendlich in Anarchie und Gesetzlosigkeit enden? Wie kann Gott dadurch geehrt werden, wenn jeder das tut, was ihm passt?“

Es scheint, dass du eine wichtige Aussage übersehen hast, die ich vorher erwähnt habe. Du hast völlig Recht! Ein natürlicher Mensch sollte sich besser an das „Gesetz der Sünde und des Todes“ halten. Es ist das Beste für ihn! Es sei denn, jemand hat ein neues Herz – gefüllt mit Gottes Geist – empfangen und dadurch das Reich Gottes, mit seinem „Gesetz des Geistes und Lebens“, betreten, das Ergebnis von allem, was ich oben geschrieben habe, würde hundertprozentig in Selbstzerstörung enden.
Der natürliche Mensch kann es nicht leben, weil er die Voraussetzung eines erneuerten Herzens und Geistes nicht besitzt. Alles was mit Gott zu tun hat, ist absoluter Unsinn für ihn (1.Kor. 1).

Aber das exakte GEGENTEIL gilt für JEDEN, der durch den Geist gezeugt wurde! Wenn dieser Mensch weiterhin nach den alten Regeln und Geboten lebt, bedeutet dies, dass der Geist Gottes in ihm betrübt wird. Dieser möchte JEDES Gebiet unseres Lebens regieren. Wir haben keine Kontrolle mehr, aber werden stattdessen vom Geist Gottes bestimmt… denn alle, die vom Geist Gottes bestimmt werden, sind Kinder Gottes (Rö. 8, 14).
Der Leitung Seines Geistes zu folgen bedeutet jedoch nicht, eine „gute Zeit“ zu haben, sondern heißt, täglich der alten Natur, mit ihren Wünschen, Träumen und Sehnsüchten, zu sterben. Es bedeutet, Ihm die Zügel deines Lebens zu übergeben und Ihm zu vertrauen, dass Er dich durchbringen wird – auch wenn alles, was du gerade vor dir siehst, dich anschreit, dass du verloren bist.

Er sagt uns allen:
„Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.“
Das „wenn jemand“ beinhaltet, dass wir hier eine Wahl haben. Es bedeutet willentliche und bewusste Handlung durch eigene Willenskraft. Jedoch müssen wir verstehen, dass es keine Rettung ohne die Bedingung Verlust geben wird. „Das Alte“ kann nicht „das Neue“ ererben! Das Klammern an alte Prinzipien und Gewohnheiten deaktiviert die errettende und verändernde Kraft des „Neuen“ und hält uns in einem Zustand geistlichen Todes.
Sobald hier eine falsche Wahl getroffen wurde, kommt der Gläubige in große Not. Wir wissen ja vom Wort Gottes her, welche Auswirkungen Sein Leben in uns haben sollte, jedoch bestätigt alles um uns herum nur die schmerzhafte Wahrheit, dass das, was wir uns so wünschen, in unserm Leben nicht zu finden ist.
Die Diskrepanz, zwischen den Verheißungen Seines Lebens und der offensichtlichen Realität, kann nicht einfach überbrückt werden. Diese Wahrheit sollte uns eigentlich zu kritischer Selbstbetrachtung bewegen, jedoch bietet Religion uns einfache Auswege an. Wir werden dazu verführt, zu glauben, dass das sichtbare Erfüllen von äußerlichen Regeln und Ritualen (wie Bibelstudium, tägliche Anbetungszeiten, Fasten und Beten und guten Taten etc.), beweisen würde, das wir irgendwie die „Frucht Seines Geistes“ in unseren Leben hätten.
Obgleich eine Frucht etwas ist, was von alleine wächst, wenn die Rebe mit dem Weinstock verbunden ist, werden wir dazu verführt zu denken, dass dies – unser eigenes Produkt – Gott wohlgefällig sei, nur weil es den kritischen Augen unserer Mitmenschen gefällt. Unser Sinn ist auf das Sichtbare anstatt auf das Unsichtbare gerichtet!

Es ist nicht genug, dieses verfluchte System nur äußerlich zu verlassen. Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass es auch aus unserm inneren Menschen (Denken und Fühlen) komplett entfernt wird. Es muss zu einem radikalen „Verlernen“, einer De- und Neuprogrammierung, unter der Aufsicht des Geistes Gottes, kommen, bevor wir in der Lage sind, siegreiche Überwinder zu sein. Etwas, wonach Gott sich so sehr sehnt!

Heiligung ist nicht Asketismus, sondern Gehorsam gegenüber des Heiligen Geistes in dir!
Es geht nicht darum, was du tun kannst, sondern um das, was Er in dir tut, wenn du dich Ihm völlig auslieferst und Ihm – mit allem was du hast – vertraust!

Es liegt nun an dir und mir, ob wir bei „dem Alten“ bleiben, oder eine Revolution erfahren… so radikal, dass nichts, was die Welt bisher gesehen hat, damit verglichen werden kann.


In Seinem Auftrag


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