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Englische Version


Gewinnt eure Seelen durch eure Geduld
Markus Piercy-Reins















Während eines Gespräches mit einer Schwester, fiel der obige Satz und lies mich seit dem nicht mehr los. Es war, als ob Gott meine Sinne mit den Worten weckte: „Pass auf, es kommt etwas Wichtiges!“
Ich begann sofort damit, diese gutbekannte Schriftstelle (Lu. 21, 19 SLT) nachzuschlagen und Notizen meiner Gedanken zu sammeln, als der Herr mich in meiner Aktivität stoppte und das Folgende sagte:
„Schreiben ist jetzt nicht an der Reihe. Es geht vielmehr darum, auf alles zu achten, was ich dir zeigen werde. Zu meiner Zeit wirst du schreiben.“

Also hörte ich mit meinen Aktivitäten auf und in den folgenden Monaten (das initiierende Gespräch fand im Oktober 2013 statt) sammelte ich alles, wo mir Geduld begegnete. Zuerst betraf es mein Leben, aber auch im Leben von Anderen wurde ich immer wieder auf Geduld hingewiesen.
Als ich heute Morgen wach wurde, sprach Gott zu mir über etwas, was sich in meinem Leben letztens ereignet hatte. Er benutzte es, um mir tiefere Einsicht zu geben und schloss mit dem Worten: „Schreib! Nun weißt du alles, wie du es schreiben sollst!“

Ich wage zu sagen, dass Geduld etwas ist, was niemand mag. Wir haben keine Möglichkeit, diesen unbequemen Zeiten zu entkommen, wenn wir zu Nichtstun, Warten auf eine bessere Zukunft, oder einem Wechsel in Lebensumständen gezwungen sind und alles in der Luft hängt – völlig außerhalb unserer Kontrolle ist. Alles, was uns bleibt, ist Geduld zu üben.

Wir fühlen unser totales Unvermögen, unsere Verletzlichkeit, Mangel an Kontrolle und das Ausgeliefertsein an Kräfte, die mit uns Katz und Maus spielen.

Unser Stolz, eine Sache selbst zu lenken, wird aus unseren Händen gerissen und wir müssen zähneknirschend die Wendungen unseres Lebens akzeptieren und es gibt nichts – absolut nichts – was wir daran ändern könnten. Verzweifelt suchen unsere Augen den Horizont ab, um im Osten die ersten Zeichen der Morgendämmerung zu entdecken, die uns das Ende dieses tiefschwarzen Leidens verheißen, dem wir nicht entkommen können.
Alles was uns bleibt, ist Hoffnung – Hoffnung auf bessere Tage in Zukunft! Doch bis dahin brauchen wir eine Fähigkeit und obwohl wir wünschen wir bräuchten sie nicht, ist sie die Basis unseres Überlebens und dadurch des Lebens selbst – Geduld!

Jesus sagte Seinen Jüngern, dass alle um Seines Namens willen gehasst, einige gefangen genommen und sogar getötet werden würden. Er versprach, dass nicht ein Haar von ihnen verlorengehen würde und sie ihr Leben (engl. ihre Seelen) am Ende, durch Geduld gewinnen (engl. besitzen) würden. (Lu. 21, 16-19)

Ja, durch unsere Geduld ergreifen wir unser Leben – oder wie andere Übersetzungen es ausdrücken – gewinnen unser Leben durch aushalten und ausharren.

Wir müssen verstehen, dass es Gott hier nicht um unser physisches Leben geht, weil Er ja sagt, dass einige es durch Tötung verlieren werden. Darum ist das Leben, was du und ich durch Geduld ergreifen werden, das Leben, was wir IN Ihm haben.

In Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. – Joh. 1, 4

Denn in Ihm leben wir und bewegen uns und sind wir. – Apg. 17, 28

Damit ist das Leben, was wir gewinnen oder besitzen werden, das „Wahre Leben“, welches nur Jesus gibt – und im Gegensatz zu dem, was unsere „Instant-Gesellschaft“ so glaubt, erhalten wir dieses Leben nur durch Geduld.

Jesus sagt Seinen Jüngern, dass sie kein einfaches Leben haben werden, sondern eher das Gegenteil und das eher Himmel und Erde vergehen, doch Seine Worte ewig Bestand haben. (Matt. 24, 35 / Mark 13, 31 / Lu. 21, 33)
Jesus zu folgen, bedeutet ein Kreuz zu tragen… und dies jeden Tag. (Matt. 16, 24 / Mark 8, 34 / Lu. 14, 27)
Jeder wird dich hassen um Seines Namens willen, wenn du Jesus nachfolgst (Matt. 10, 22 + 24, 9 / Mark 13, 13 / Lu. 21, 17) – ja, sogar enge Familienmitglieder. (Lu. 12, 51-53)

Ich weiß, dass man heute kaum noch über „das Kreuz“ hört, aber nichtsdestotrotz ist es das, was Jesus sagte und deshalb ist es ratsam, sich mit dem zu beschäftigen, was du brauchst, um wahres Leben zu besitzen: Geduld.

Um das Wesen von Geduld besser zu verstehen, benötigen wir einige fundamentale Wahrheiten über „Gut“ und „Böse“. Sie sind völlig unterschiedlich von dem, was wir bis jetzt darüber wussten und gelernt haben.

Als erstes müssen wir erkennen, dass unsere Definition von Gut und Böse nicht der Gottes entspricht – so wie Er es sieht. Wir müssen die Tatsache akzeptieren, dass alles, was wir tun, „böse“ ist – ja, auch wenn wir es selbst als gut und akzeptabel ansehen, sieht Gott dies anders. Alles was ein Mensch tut ist „böse“… ja, und dies beinhaltet sogar alle Aktivitäten, die wir für Gott tun… richtig, sogar alle unsere „guten“ sozialen und religiösen Aktivitäten!

Nichts, was wir produzieren, kann jemals „gut“ in Gottes Augen sein – niemals! Wenn du glaubst, du könntest etwas tun, was Gott gefällt, bist du in tiefer Verführung gefangen und hast Gott nicht wirklich erkannt!

Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine, und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. – Jes. 64, 5

Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist zwar bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten gelingt mir nicht. – Rö. 7, 18

Es ist keiner gerecht, auch nicht einer. – Rö. 3, 10

Jesus aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein! – Mark. 10, 18

Wenn es nur einen gibt, der gut ist, wie kommt es dann, dass wir glauben, wir könnten etwas Gutes tun? Jesus sagt: „Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid?“ (Matt. 12:34)
Erlaube mir die Frage: „Wenn Gott alleine gut ist, wie können wir etwas „gutes“ sprechen, geschweige denn tun, wenn alles was wir sind böse, unrein und beschmutzt ist?“

Bitte, halte einen Moment inne und lasse diese Frage etwas tiefer sinken.

Die Schriftgelehrten und Pharisäer zu Jesu Zeit dachten, sie könnten „Gutes“ tun, indem sie das taten, was ihnen als gut und gerecht erschien. Jesus war überhaupt nicht ihrer Meinung! Was würde Er uns wohl heute sagen? Was würde Er wohl über das sagen, was wir so alles tun?

Ich möchte dich noch etwas mehr herausfordern…

Ohne Schwierigkeiten stimmen wir alle darüber überein, dass das, was am 11. September 2001 in New York geschah, „böse“ und eine Sünde war, doch würden wir die gleiche Bewertung über eine aufopfernde, freiwillige Hilfe in einem Dritte-Welt-Land abgeben? Wäre dies „böse“ für uns?

Ich kann deine Verwirrung förmlich spüren… und verstehe dich vollkommen! Was ist so „böse“ daran, anderen zu helfen? Will nicht Gott selbst, dass ich so etwas tue? Und was ist so „böse“ daran, wenn ich es sogar ohne Bezahlung mache? Etwas für andere ohne Bezahlung zu tun, ist doch eine „gute“ Sache, oder?

Und damit haben wir unser Problem! Obwohl wir ganz schnell mit der Wahrheit, das wir „böse“ sind, übereinstimmen – klar, als guter Gläubiger muss ich das wohl, stimmt’s – sind wir überhaupt nicht davon überzeugt, dass alles, was von uns kommt, „böse“ ist, es sei denn, wir tun es IN Ihm!

Gott kümmert es überhaupt nicht, wie wir Dinge sehen. Er hat Seinen eigenen Standard und egal, wie wir es definieren, Er bleibt bei Seinem Standard.
Deswegen, ist alles, was wir tun – auch unsere „guten“ Werke - böse! Warum? Weil alles an uns „böse“ ist, haben wir eben keine Fähigkeit, irgendetwas „Gutes“ in Gottes Augen zu tun.

Gott ALLEINE ist gut! Punkt! Ende! Aus!

Ist es nun möglich, wenn nun alles, was wir als „gut“ ansehen, in Gottes Augen „böse“ ist, dass wir es auch anders herum sagen können? Können wir sagen, dass alles, was Gott tut, „gut“ ist, weil Er eben nicht anders, als gut sein kann – obwohl es in unseren Augen „böse“ aussieht?

Kann man in das Horn stoßen in der Stadt, ohne, dass das Volk erschrickt? Geschieht auch ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht gewirkt hat? – Amos 3, 6

Ich bin der Herr und sonst ist keiner; denn außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dich gegürtet, ohne dass du mich kanntest, damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, dass gar keiner ist außer mir. Ich bin der Herr, und sonst ist keiner, der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der Herr, vollbringe dies alles. – Jes. 45, 5-7

Hier sehen wir es in Gottes Wort! Der einzige, der wahrlich gut ist – GOTT – schafft Unglück und Unheil!

Haben wir nun ein großes Problem? Haben wir nun Schwierigkeiten, dies in unser vorgefertigtes „Glaubenssystem“ eines guten Gottes zu pressen?

Könnte es eventuell sogar bedeuten (… möge es Gott verhindern!!!), dass dieser „gute“ Gott, auch für mein Leben Pläne hat, die „Unglück und Unheil“ beinhalten?

Es ist grundlegend wichtig, dass wir an Gott glauben, so wie Er wirklich ist. Wenn wir an einen „guten Gott“ nach unserer Vorstellung glauben, bleiben uns Schock und Verwirrung nicht erspart, wenn unerwartete und erschreckende Ereignisse stattfinden. Ja, noch viel schlimmer! Ein Leben der Niederlage ist unvermeidbar, wenn wir nicht wissen, dass Gott „gut“ ist – trotz allem „Unglück und Unheil“, dass gerade um uns tost. Niemals können wir in Geduld „unsere Seelen gewinnen“, wenn der Feind uns verführt hat, an einen „guten Gott“, nach unseren begrenzten Vorstellungen, zu glauben. Obwohl wir über Seine Liebe lesen, haben wir ein falsches Bild von Gott… und zerstörte Träume und tiefer Schmerz wird die Folge sein, wenn Gottes Liebe uns durch da nächste „Tal des Todesschattens“ führt.

Wie auch immer, Seine Natur als der Einzige der gut ist, ändert sich nicht. Er wird sich nicht ändern – Er war, ist und wird für immer der Gleiche sein!

Fällt uns das schwer zu verstehen? Warum? Wo liegt das Problem?

Denn so spricht Gott, der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden, im Stillesein und im Vertrauen läge eure Stärke. Aber ihr habt nicht gewollt, sondern ihr sagt: »Nein, wir wollen auf Rossen dahinfliegen!« — darum werdet ihr auch dahinfliehen; »Wir wollen schnell davonreiten!« — darum werden eure Verfolger noch schneller sein! Tausend [von euch] werden fliehen vor dem Drohen eines einzigen; ja, wenn euch fünf bedrohen, so werdet ihr alle fliehen, bis euer Überrest geworden ist wie ein Mastbaum auf dem Gipfel eines Berges und wie ein Banner auf einem Hügel. – Jes. 30, 15-17

Wir lieben es, unsere Dinge nach unserer Weise zu machen – und hassen es in Stille zu warten.

„Wir sollten was unternehmen, oder? Gott hat uns doch unseren Kopf und Hände gegeben! Also, warum müßig in „Stille und Vertrauen“ herumsitzen? Warum nicht mein Schicksal in die eigenen Hände nehmen? Warum also nicht dieses „starke Ross“ hier nehmen und für die Erfüllung meiner Wünsche und Träume kämpfen?“

Umkehr, Ruhe, Stillesein, Vertrauen… diese Worte passen perfekt zu Geduld, oder etwa nicht? Aber wir haben nichts von dem! Wir wissen, „wie man eine Sache anpacken muss“! Dieses Warten, Stillesein, Ruhe und Vertrauen, ist einfach zu stressig!

Anstatt „unser Leben zu besitzen“, enden wir so oft als einsamer „Mastbaum auf einem Gipfel“, wenn „unsere Linien“ mal wieder vom Feind überrannt wurden.

Wie befreiend ist es doch zu wissen, dass:

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. – Rö. 8, 28

Denn die Offenbarung wartet noch auf die bestimmte Zeit, und doch eilt sie auf das Ende zu und wird nicht trügen. Wenn sie sich verzögert, so warte auf sie, denn sie wird gewiss eintreffen und nicht ausbleiben. Siehe, der Vermessene — unaufrichtig ist seine Seele in ihm; der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben. – Hab. 2, 3+4

Die Schriftstelle in Jes. 30 geht weiter in den Versen 18-21:

Darum wartet der Herr, damit er euch begnadigen kann, und darum ist er hoch erhaben, damit er sich über euch erbarmen kann, denn der Herr ist ein Gott des Rechts; wohl allen, die auf ihn harren! Denn du Volk, das in Zion wohnen wird, in Jerusalem, du sollst nicht mehr weinen; er wird dir gewiss Gnade erweisen, wenn du [um Hilfe] rufst; sobald er es hört, antwortet er dir! Der Herr hat euch zwar Brot der Drangsal zu essen und Wasser der Trübsal zu trinken gegeben; aber dein Lehrer wird sich nicht länger verborgen halten, sondern deine Augen werden deinen Lehrer sehen; und deine Ohren werden das Wort hören, das hinter dir her so spricht: »Dies ist der Weg, den geht!«, wenn ihr zur Rechten oder zur Linken abbiegen wollt.

Siehst du es? Der Herr, Dein Gott wartet auch! Er wartet auf Dich! In großer Geduld wartet Er auf Dich, um zu Ihm zurück zukehren! Jesaja schreibt dies so schön in den Versen 22-26:

Dann wirst du den Überzug deiner silbernen Schnitzbilder und die Bekleidung deiner goldenen Gussbilder unrein machen. Du wirst sie wegwerfen wie etwas Unreines: Dreck!, wirst du dazu sagen. Und er wird Regen geben deiner Saat, mit der du den Erdboden besäst, und Brot als Ertrag des Erdbodens, und alles wird saftig und fett sein. Deine Herden werden an jenem Tag weiden auf weitem Weidegrund. Und die Rinder und Esel, die den Erdboden bearbeiten, werden gemischtes Sauerfutter fressen, das man mit Schaufel und mit der Gabel geworfelt hat. Und auf jedem hohen Berg und auf jedem hochragenden Hügel werden Bäche, Wasserläufe sein am Tag des großen Mordens, wenn Türme fallen. Dann wird das Licht des Mondes sein wie das Licht der Sonne, und das Licht der Sonne wird siebenfach sein wie das Licht von sieben Tagen, an dem Tag, da der HERR den Bruch seines Volkes verbinden und die Wunde seines Schlages heilen wird. (ELB)

Ja, du hast es richtig gelesen! Es ist dieser „gute“ Gott der dir Wunden schlägt! Er kann dich nicht segnen, solange du deine „Lieblingspferde reitest“, solange du deine Aktion wählst, anstatt „mit geduldigem Warten auf Ihn deine Seele/Leben zu besitzen“.

Der Name des Herrn ist YESHUA (Der Herr ist Rettung)… und Rettung ist Seine ureigene Eigenschaft. Er IST ein Gott der rettet, aber es sind unsere Missetaten (böse Taten), die uns von unserm Gott trennen.

Siehe, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz zum Retten und sein Ohr nicht zu schwer zum Hören; sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass er nicht hört! – Jes. 59, 1+2

Missetaten – ein anderes Wort für unsere „bösen-guten“ Taten – trennen uns von Gott. Wir sind alle böse – von Geburt an. Auch das, was wir als gut betrachten, ist böse.

Und weil alles, was wir tun, ohne Ausnahme böse ist, kann kein Mensch jemals etwas tun, was Gott gefällt!

Siehst du, wie wichtig diese Erkenntnis ist? Normalerweise sehen wir nicht, dass alles, was wir tun, böse ist und halten es für normal, „unsere eigenen guten Rösser zu reiten“. Doch trennt uns dies zwangsläufig von Gott, weil alles was wir tun „böse“ ist und Er sich nicht mit Bösem verbinden kann.

Weiterhin ist alles eigene Tun in eigener Kraft mit einem Fluch belegt. (Jer. 17:5-8 Übers. nach der amerikanischen Amplified Translation):

So spricht der Herr: Verflucht[mit großem Übel] ist der Mann, der auf gebrechliche Menschen (hebr. adam) vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht, und dessen Herz vom Herrn weicht! Er wird sein wie ein kahler Strauch (o. Entblößter) in der Einöde (hebr. arava = Wüste); er wird nichts Gutes kommen sehen, sondern muss in dürren Wüstenstrichen hausen, in einem salzigen Land, wo niemand wohnt. [Höchst]Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn glaubt und vertraut und dessen Hoffnung und Zuversicht der Herr ist! Denn er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Wurzeln am Bach ausstreckt, der die Hitze nicht fürchtet, wenn sie kommt, sondern seine Blätter bleiben grün; auch in einem dürren Jahr braucht er sich nicht zu sorgen, und er hört nicht auf, Frucht zu bringen.

Es sind unsere eigenen Handlungen und Taten, unser Planen und Denken, welche immer böse sein werden. Ohne eine Ausnahme! Gott alleine ist gut… und alles, was Er tut ist gut!

Wir können nur dann „gut“ sein, wenn wir von unserem eigenen Planen, Handeln, Wünschen und Sehnsüchten zurücktreten und Abschied nehmen, und die Werke tun, die Er durch uns tut, welche Er im Voraus für uns geplant hat. (Eph. 2, 10 / Jo. 15, 5+16)

Wenn wir uns nur von eigenem Handeln zurückhalten würden, würde Gott selbst unsere Rettung sein! Gott würde zu unserer Rechtfertigung und Gerechtigkeit… „denn es gibt keine Verdammnis für die, die IN Christus Jesus sind.“ (Rö. 8, 1)

Unsere „guten Werke der Gerechtigkeit“ werden niemals vor Gott akzeptabel sein.

Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen! – Matt. 5, 20

Die Schläge und Wunden, die Er uns zufügt, in Geduld zu ertragen, bedeutet mir selbst zu sterben. Dieser Prozess ist schmerzhaft, weil Gott sich nicht nach unseren Erwartungen verhält.
Seit unserer Kindheit wurden wir trainiert, das „Reiten nach unserer Vorstellung“ zu perfektionieren. Jetzt, einfach „unsere Pferde“ zu verlassen, fällt uns so schwer – und es ist so schmerzhaft uns am Ende als „einsamen und verlassenen Mastbaum“ zu sehen, wenn uns unsere „Truppen“ mal wieder verlassen haben.

Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels… doch um dorthin zu kommen, brauchen wir Geduld! Diese Geduld birgt in sich eine kostbare Belohnung – Sein ewiges Leben in uns!

Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen. – Off. 3, 10

Denn von Ewigkeit her hat man nie gehört, nie vernommen, hat kein Auge es gesehen, dass außer dir ein Gott tätig war für die, welche auf Ihn harren. Jes. 64, 3

Geduldig auf Gott zu warten, wird unsere Rettung sein in den heutigen Zeiten – und es bring einen Lohn mit sich, der alles Vorstellbare übersteigt.

Lasst uns noch etwas tiefer graben!

Am Anfang haben wir gelesen, dass Geduld eine Notwendigkeit in all den unbequemen, verhassten Lebenssituationen ist, die wir durchleben müssen. Diese Geduld ist etwas, was uns aufgezwungen wird. Wir haben einfach keine andere Möglichkeit, als zu warten, bis wir das „Feuer der Bedrängnis“ durchlebt haben. Obwohl wir uns sehnlichst wünschen, das alles ganz schnell hinter uns lassen zu können, haben wir keine andere Wahl und werden zu Warten und Geduld gezwungen.

Aber um diese Art der Geduld geht es in diesem Artikel nicht. Die Geduld, die ich im Fokus habe, ist eine freiwillige und willentliche Entscheidung, allem eigenen Handeln zu entsagen und auf das Handeln Gottes zu warten.

Obwohl ich nach meiner eigenen Wahrnehmung und Verständnis handeln könnte, trete ich willentlich von allem eigenen Handeln zurück, wähle aus freien Stücken Geduld, indem ich auf Gottes Handlung warte.

In anderen Worten: Eine ganze Armee braust gegen mich an, aber ich befehle, dass „meine eigenen Pferde“ im Stall bleiben, beruhige meine zitternde, geängstigte Seele, widerstehe den Impulsen und Eingaben meines Verstandes und tue nichts… nichts, als zu dem ruhigen Ort bei den Füßen meines Meisters zurückzukehren.

Niemand verlangt das von mir, aber ich befehle mir selbst, von allem zurückzustehen, was aus meinem eigenen Willen entspringt… und stattdessen, auf Gottes Handeln oder Anweisung zu warten.

Lasst uns einige biblische Beispiele näher betrachten:

Die ersten zwei Könige Israels – Saul und David – geben uns ein perfektes Bild darüber, worum es hier geht.

In 1.Sam. 13 können wir über das oben erwähnte lesen. Saul musste gegen die Philister kämpfen, aber Samuel ist nicht da, der das Opfer vor der Schlacht darbringen soll. Die Feinde rücken an, Sauls Männer werden ungeduldig und wollen handeln, der Handlungsdruck steigt… so, was kann Saul tun?
„Warten… warten… kein Samuel… ich muss jetzt etwas tun… Samuel (Gott) ist nicht da, wenn ich ihn brauche… kann nicht länger warten… also, auf „meine Pferde“! Lasst uns Handeln und tun, was getan werden muss!“
Später, in 1.Sam. 15, sehen wir diese Herzenshaltung erneut. Hier handelt Saul sogar gegen die ausdrücklichen Anweisungen Gottes, indem er sich den Forderungen und anscheinendem Druck seiner Soldaten beugt… und verliert damit alles. Dies ist der unausweichliche „Einsame-Mastbaum-Moment“, dem wir begegnen werden, das Verwunden des Herrn, wenn wir „unsere Pferde“ wählen, anstatt in GEDULD zu warten und zu vertrauen.
Hier sehen wir, wie eine freiwillige und willentliche Entscheidung, gegen den äußeren Druck, ein Leben hätte gewinnen können, aber Saul besaß nichts davon! Darum, nachdem er sein eigenes Ding gemacht und selbst geopfert hatte, sprach Samuel zu Saul: „Der Herr wird das Königtum von dir nehmen und es jemand „besseren“ geben – einem Mann nach Seinem Herzen!“

Nun zu David. Es ist sehr interessant zu sehen, wie dieser Mann nach Gottes Herzen handelt. Es gibt zwei entscheidende Begebenheiten, welche einen drastischen Unterschied im Herzen dieses Mannes zeigen.
David flieht vor Sauls Hass. Vor Jahren hatte er Gottes Verheißung empfangen, aber die Realität zeigt alles andere, als das er je König werden würde. Er besaß nichts, als sein nacktes Leben.
Dann, was für eine Chance! Tief in einer Höhle, sitzen David und seine Männer versteckt vor Saul und sehen, wie gerade Saul diese Höhle wählt, um ein Nickerchen zu machen. Was für eine Chance!
„Der Herr hat Deinen Feind in Deine Hände gegeben! Endlich ist die Zeit gekommen und die Verheißung des Herrn wird erfüllt!“
Verführerische Gedanken, oder nicht? In 1.Sam. 24 lesen wir, wie Davids Männer ihn, gerade mit diesen Argumenten, zum Handeln drängten… aber wir sehen auch den Unterschied! Saul hätte gehandelt… aber nicht so David! David entscheidet sich aus freien Stücken und willentlich nicht zu handeln! Natürlich hat diese Entscheidung Konsequenzen! Ja, nun muss er noch länger in der Wüste hausen und vor Saul fliehen… ja, nun muss er noch länger darauf warten, dass sich die Verheißung erfüllt! David traf eine willentliche Entscheidung nicht zu handeln. Er entschied sich nicht „seine Pferde“ zu reiten, sondern auf Gott zu warten.

Und er wird noch ein zweites Mal geprüft. In 1.Sam. 26 lesen wir über eine weitere Gelegenheit „seine Pferde“ zu reiten und sich selbst zu helfen. Wieder wird die Versuchung, durch die Worte seines guten Freundes Abischai, intensiviert… aber David hatte sein Herz fest gemacht zu warten und weigerte sich wieder, sich selbst zu helfen.
Wieder wählte er eher zu fliehen, eher weiter zu leiden, als etwas aus eigner Kraft und Einschätzung zu tun.

Wir sehen diese Verhaltensmuster, dieses zurücktreten von eigener Handlung und Warten auf Gottes Hilfe oder Anweisung, durch Davids ganzes Leben. (1.Sam. 25, 32-33 / 1.Sam. 30, 6 / 2.Sam. 5, 24-25 / 2.Sam. 15, 14) Mit Bathseba versagte David, aber diese Versagen änderte nicht seine generelle Herzenshaltung, wie wir in seiner Reaktion auf Nathans Worte sehen.

Davids Herz unterschied sich vom Herzen Sauls. Beide wurden getestet, aber das Herz machte den Unterschied. Einer verlor alles, ja sogar sein Leben, indem er seine eigene Handlung wählte – der andere gewinnt alles und das verheißene Königtum, indem er das Leiden und Geduld wählte.

In 1.Sam. 13, 14 lesen wir, dass David ein Mann nach dem Herzen Gottes war. Was qualifiziert einen Menschen, um ein Mensch nach dem Herzen Gottes zu sein?
Beide, Saul wie David, wurden mit dem Geist Gottes erfüllt, als Samuel sie salbte… aber das kann wohl nicht das Kriterium gewesen sein, oder?

Es war Davids Entscheidung, nicht „seine Pferde zu reiten“ – seine Entscheidung, eher weiter zu leiden, als sich selbst zu helfen. Er wollte nicht Gottes Verheißung, auf eigene Weise, zum Durchbruch verhelfen. Dies qualifizierte ihn. David wählte Warten, Vertrauen und Leiden und traf dadurch eine willentliche Entscheidung, geduldig zu sein.

Wir wissen, dass Gott sich nicht ändert. Darum gilt, dass wir uns diese Geduld sehr gut anschauen sollten - um auch heute ein „Mann oder Frau nach Gottes Herzen“ zu sein.
Es hängt alles an der willentlichen Entscheidung eher zu leiden, als eigene Aktionen, nach eigenem Verständnis, zu wählen. Über dies schreibe ich hier! Dies ist die Geduld die Leben besitzt – ewiges Leben!

Diese Geduld ist die Frucht des Heiligen Geistes, für alle, die im Geist wandeln und ihr Fleisch und seine Wünsche gekreuzigt haben.

Der Besitz dieser Geduld bedeutet den Besitz göttlichen Lebens… wir besitzen das echte Leben Gottes, weil es bei Ihm keine Vergänglichkeit, keinen Wandel, keinen Zeitdruck gibt, da Er alles, von Anbeginn der Schöpfung her, bestimmt hat.

Darum ist Geduld als Schlüsselbestandteil im Leben jedes echten Gläubigen zu finden (Abraham, Josef, Mose, David, die Propheten, Jesus, Seine Jünger).

Du kannst nicht in Verbindung mit dem ewigen Gott sein, ohne diese Geduld zu benötigen! Unmöglich!

In dem Moment, wo ein Mensch von Gott in Besitz genommen wird, bestimmt Seine Ewigkeit alles Weitere und Hetze, Eile und Gewimmel der Menschheit hören auf – kommen zu einem Ende in Seinem göttlichen Leben.

Ungeduld ist sehr eng mit unseren Wünschen verbunden. Wir wollen etwas und können die Spannung des Wartens nicht ertragen. Diese wird dann noch durch die Unsicherheit der Frage verstärkt, ob wir wohl je bekommen werden, was wir so sehr wünschen.

Jedoch sind bei Gott schon alle unsere Tage in Sein Buch geschrieben, bevor wir im Leibe unserer Mutter geschaffen wurden (Ps. 139. 16)… und alle Seine Verheißungen sind Ja und AMEN, in Christus Jesus unserem Herrn (2.Kor. 1, 20). Jesus sagte:

Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben… Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden! – Matt. 6:25, 32+33

Du besitzt schon heute, alle die Dinge, die Er für dich geplant hat. Du kannst nichts verpassen! Natürlich, beinhaltet das nicht alles, was du willst – und es ist auch schmerzhaft, wenn Er das wegnimmt, was du willst – doch IN Christus besitzt du schon alles, was Gott für dein Leben geplant hat. Es wird ganz sicher geschehen (Hab. 2:3) und du kannst entspannt darin ruhen, dass du schon alles besitzt, was du nach Seinem Willen erbittest (1.Joh. 5, 14).

Alles, was du und ich tun, ist, ohne Ausnahme „böse“, weil uns die Fähigkeit fehlt etwas Richtiges oder Gutes zu tun (Rö. 7, 18). Alles, was wir produzieren ist „Holz, Heu und Stroh“ in Gottes Augen. Um aus Gold, Silber und kostbaren Steinen zu bauen, was In Gottes Augen bestehen kann, brauchen wir Fähigkeiten, die NICHT in uns liegen. (Lies 1.Kor. 3, 12-15) Nur Gott besitzt diese Fähigkeiten, doch Er handelt und springt nicht nach unserer Pfeife – und wird es nie tun! Er ist Gott – und wir das Werk Seiner Hände.

Was bringt es, sich wie ein Pferd oder Maultier ohne Verstand aufzuführen, die erst mit Zügel und Zaumzeug – schmerzhafter Korrektur – dazu gebracht werden müssen, Gottes Willen zu tun? Warum halten wir nicht einfach inne, verlassen „unsere Pferde“ und setzen unser Vertrauen alleine auf Gott, indem wir freiwillig und willentlich Ruhe, Stillesein und Warten wählen? Warum wählen wir nicht den einzigen Weg, jemals etwas „Gutes“ in Gottes Augen zu tun? Warum nicht GEDULD wählen und mit ihre ewiges Leben besitzen?

Du bist mein Schutz, du behütest mich vor Bedrängnis, du umgibst mich mit Rettungsjubel! (Sela.) — »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten. Seid nicht wie das Ross und das Maultier, die keinen Verstand haben; mit Zaum und Gebiss, ihrem Geschirr, muss man sie bändigen, weil sie sonst nicht zu dir nahen!« — Der Gottlose hat viele Plagen; wer aber dem Herrn vertraut, den wird er mit Gnade umgeben. Freut euch an dem Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jubelt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid! – Ps. 32, 7-11

So lange wir „unser Pferde reiten“, werden wir den schmerzhaften Schlag der Züchtigung unseres liebendenden Vaters spüren, aber in dem Moment wo unsere eigenen Wünsche sterben, kann Ewigkeit sich manifestieren. Bis zu diesem gesegneten Durchbruch, müssen wir unsere Herzen auf Sein Wort und ewige Verheißung fest gründen und in Geduld darauf warten.

Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst! Denn, wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. Wenn ihr Züchtigung erduldet, so behandelt euch Gott ja als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr aber ohne Züchtigung seid, an der sie alle Anteil bekommen haben, so seid ihr ja unecht und keine Söhne! Zudem hatten wir ja unsere leiblichen Väter als Erzieher und scheuten uns vor ihnen; sollten wir uns da nicht vielmehr dem Vater der Geister unterwerfen und leben? Denn jene haben uns für wenige Tage gezüchtigt, so wie es ihnen richtig erschien; er aber zu unserem Besten, damit wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen; danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind. – Hebr. 12, 5-11

Ungeduld ist gebunden an Vergänglichkeit… Geduld ist gebunden an Ewigkeit!

Einem festen Herzen bewahrst du den Frieden, den Frieden, weil es auf dich vertraut. Vertraut auf den Herrn allezeit, denn Jah, der Herr, ist ein Fels der Ewigkeiten! – Jes. 26, 3+4

Ergreife dein Leben – wähle GEDULD!


In Seinem Auftrag


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