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Englische Version


Der Fall Babylons
Traum
Markus Piercy-Reins
















Hast Du jemals einen „Geschichten-Traum“ gehabt – einen langen Traum, voller Details und tiefer Bedeutung – so wie ein Film? Es ist so ungefähr 20 Jahre her, da gab mir der Herr einen prophetischen Traum über mein Leben und die Berufung, die ER auf es gelegt hat… und dies war so ein besonderer Traum!

Hast du schon einmal ein Foto der alten Kirche Hagia Sophia in Istanbul, Türkei, gesehen? Wenn nicht, hier ist ein Foto, damit du besser verstehen kannst, was ich in diesem Traum erlebt habe:

Diese Kirche wurde im 6.Jahrhundert n. Chr. erbaut. Sie steht genau an dem Platz, wo Konstantin der Große 200 Jahre zuvor die erste Kirche erbaute, nachdem er zum Christentum konvertierte. Konstantin der Große war der byzantinische Herrscher, der das Christentum zur Staatsreligion des byzantinischen Kaiserreichs machte. Hier sehen wir die Anfänge, wo Christentum und weltliche Mächte vermischt wurden. Später, nachdem die Muslime Konstantinopel (Istanbul) erobert hatten, machten sie aus der größten Kirche des Christentums (zur damaligen Zeit) eine Moschee.

http://de.wikipedia.org/wiki/Hagia_Sophia

OK, soweit der Hintergrund… doch nun zum Traum!

Ich stand vor einem gigantischen Gebäude, was der Hagia Sophia in Istanbul sehr ähnelte… doch war die Hagia Sophia winzig gegenüber seiner gewaltigen Größe. Es war massiv und riesig, wie ein großer Berg. Wenn du davor standst, konntest du das Ende nicht mehr sehen. Das Gebäude hatte zahllose Türen und Fenster und die ganze Zeit gingen Leute hinein und heraus, sodass eine beständige Bewegung vorherrschte. Ein Vielzahl verschiedener Völker und Nationen lebten und wohnten darin… ein geschätzter Wohnort für jeden. Es gab genügend Platz für jede Sprache, Geschmack, Ansicht, Einstellung, Philosophie und Religion die jemals existierte… ja, so viel Platz, das jeder seinen eigenen Wohnort haben konnte.

Meine Kleidung glich der eines mittelalterlichen Mönches. Ich trug ein dunkelbraunes, grob-gewebtes Gewand, das mit einem schwarzen Strick an meinen Lenden zusammenhalten wurde. An den Füßen trug ich Ledersandalen.

Ich stand vor dem Gebäude und beobachtete die Menschen, wie sie hinein und hinaus gingen.

Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf:
„Warum immer nur durch Türen hineingehen? Ich könnte doch versuchen, es von außen zu erklettern!“

Gedacht… getan – und so schaute ich mich um, wo man am besten anfangen könnte und schnell hatte ich eine geeignete Ecke gefunden, um meinen Aufstieg zu beginnen. Wenn du dir das Foto anschaust, siehst du, dass man leicht ein niedriges Dach erklettern und von dort aus die nächste Struktur in Angriff nehmen kann… und somit höher und höher kommt.

In diesem Traum kletterte ich – manchmal mit Seil – und machte Sprünge… ja, so komisch es klingen mag, manchmal erreichte ich die nächste Stufe mit einem Auto! Obwohl es nicht immer leicht war, einen Weg zu finden, habe ich es doch immer geschafft.

Endlich hatte ich das Hauptdach erreicht, dass nun, in Form einer Halbkugel, vor mir lag. Nun war es nicht mehr schwierig den Weg zu finden und ich ging höher und höher.

Als ich mich der Spitze näherte, sah ich, dass auf ihr ein weiterer Gebäudeteil stand. Er war auch rund und mehrere offene Fenster liefen rundum. Das Dach hatte auch eine halbkugelige Form.

Neugierig, ging ich auf diesen Gebäudeteil zu um herauszufinden, was sich hinter diesen Fenstern verbergen würde.

Ich erreichte eines der Fenster und als ich hindurchsah, konnte ich zuerst gar nichts erkennen, da es im Inneren zu dunkel war und sich meine Augen, nach dem Aufstieg im Sonnenlicht, erst an die Dunkelheit gewöhnen mussten.

Doch nach kurzer Zeit erkannte ich zwei gigantische, massive Bronzeräder mit vier Speichen, die auf zwei mächtigen Säulen ruhten, welche so tief in das Gebäude herabreichten, das man ihr Ende nicht erkennen konnte. Sie verschwanden einfach in der Dunkelheit.

Während ich auf sie herabblickte, hörte ich plötzlich eine Stimme, die Worte einer uralten Prophezeiung über das Gebäude zu mir sprach:

„Wenn jemals diese Räder anfangen sich zu drehen, wird dieses Gebäude zu Staub verwandelt werden!“

Dieses Gebäude war so massiv und stark und hat durch die Zeitalter hindurch gestanden. Es galt als unzerstörbar, weil es Königreiche kommen und gehen sah, doch selbst blieb es unberührt durch alle Jahrhunderte hindurch. Es schien, dass es keine Macht gab, die dieses Gebäude zerstören kann… und die Leute fühlten sich sicher in ihm. Es war der beste Platz den man zum Leben finden konnte.

Als ich so auf diese Räder blickte, während die Worte der Prophezeiung zu mir gesprochen wurden, bemerkte ich eine Nische in der Wand gegenüber meinem Fenster, an dem ich stand. Diese Nische hatte eine Plattform und war groß genug für zwei oder drei Männer. Als ich das sah, schoss der nächste Gedanke durch den Kopf:

„Hey, da kann ich hinspringen und mir die Räder etwas näher anschauen!“

Und so kletterte ich auf die Fensterbank und sprang auf die Plattform der Nische.

Im selben Moment, als meine Füße den Boden berührten erklang ein sehr tiefes, stöhnendes Geräusch und durch meine Sandalen hindurch bemerkte ich leichte Vibrationen.

Schnell drehte ich mich herum und starrte auf das Rad vor mir. Ich war so nah, dass ich es berühren konnte.
Das stöhnende Geräusch wurde lauter und lauter und ich merkte, wie sich die Vibrationen verstärkten. Und dann sah ich es! Das Rad anschauend, bemerkte ich, wie es sich ganz langsam bewegte.

Das sehen und „Ich muss schnellstens hier raus!“, denken, war eins – und so sprang ich zur Fensterbank zurück und von dort auf das Dach. Wegen der halbkugeligen Form der Dachkonstruktion, setzte ich mich einfach auf meinen Hintern und rutschte das Dach runter… genau wie auf einer Spielplatzrutsche.

Hat es doch einige Zeit gekostet die Spitze zu erreichen, ging das nun sehr schnell. Mit einem letzten Sprung hatte ich den Erdboden erreicht.

Deutlich hörte ich, wie tiefes, stöhnendes Dröhnen das Gebäude erfüllte und laute, kreischende Geräusche zwangen mich dazu, meine Hände auf die Ohren zu pressen.

Weil das Gebäude von einer Mauer umgeben war, wie wir sie bei mittelalterlichen Burgen finden, begann ich herumzulaufen, um nach einem Ausgang zu suchen.

Laufend kam ich an einer der unzähligen Türen vorbei, die in das Gebäude führten. Dort sah ich einen Mann stehen, der wie ich gekleidet war, und mit lauter Stimme rief:

„Komm heraus! Rette dein Leben! Komm sofort heraus! Die Räder drehen sich und dieses Gebäude wird zu Staub verwandelt werden! So rette dein Leben und komm heraus!“

Einige Leute standen vor ihm und hörten ihm zu. Ich konnte sehen, wie ihre Gesichter mit Zweifel erfüllt waren - sich fragend, ob das Gebäude nun wirklich zerstört werden soll.

Doch jeder konnte das Kreischen und das tiefe, vibrierende Dröhnen hören, dass das ganze Gebäude erfüllte… und es verstärkte sich!

Ich sah, wie sie sich anschauten und die Möglichkeit diskutierten, ob es wirklich wahr sei… manche hofften, dass diese beängstigenden Geräusche, nach einiger Zeit, wieder aufhören würden.

Die ganze Zeit beobachtete ich die Szene im Hintergrund stehend und schaute zu, wie der, wie ich gekleidete Mann, ihnen zurief, heraus zu kommen.

Plötzlich packte der erste seine Taschen und ging in Richtung Ausgang… und das brach das Eis! Ich konnte nun sehen, wie andere schnell folgten und vorwärts drängten. Sie bewegten sich auf ein riesiges Burgtor zu, was von zwei massiven Türmen flankiert wurde.

Ich rannte vor ihnen her und erreichte das Tor zuerst - doch fand ich es geschlossen und zugesperrt.

Verzweifelt rannte ich hin und her, um einen Weg nach draußen zu finden -  einen Schlüssel, oder Mechanismus, der das Tor öffnen würde.

Während ich herumsuchte, fand ich eine Tür, die in den rechten Turm des Tores hinein führte. Diese Tür war offen und so ging ich in den Turm hinein.

Wieder mussten sich meine Augen zuerst an die Dunkelheit gewöhnen, doch bald konnte ich mehr erkennen. Typisch für diese Türme, sah ich verschiedene hölzerne Treppen, die zu mehreren Ebenen und Plattformen hinaufführten, als ich hinaufblickte.

Ich war von einer Menge Gerümpel umgeben, dass auf der Plattform herumlag, auf der ich mich gerade befand. Ich begann herumzulaufen, um weiter nach einem Weg nach draußen zu suchen.

Diese Plattform wurde durch ein hölzernes Geländer gesichert, das ich nach einigem Suchen erreichte und blickte mich weiter um.

Ich hatte angenommen, der einzige dort zu sein, doch fand nun heraus, dass dem nicht so war. Als ich von der Plattform nach unten blickte, sah ich eine sehr schöne Frau unten im Grund des Turmes liegen.

Sie war von vollkommener Schönheit mit langen, dunklen Haaren – doch füllte mich ihr Anblick mit Qualen… Seelenqualen, die ich nicht in Worten ausdrücken kann.

Ich sah sie dort unten nackt, einen wild, schmutzig und finster aussehenden Mann liebkosen. Der Kontrast zwischen ihrer Reinheit und Schönheit und diesem Mann konnte nicht größer sein. Absolute Gegensätze!

Ich stand da… meine Hände umklammerten das Geländer und ich starrte auf die Szene mit Schmerz und Horror:
„Nein!“, stammelte ich, „Nein, nein, nein, das ist nicht wahr! Oh, mein Gott! Mein Gott!“

Ich konnte es nicht ertragen zusehen, wie sie die Vereinigung mit so einem Mann suchte.

Ich habe keine Worte für den Schmerz, den ich empfand – er war einfach zu tief! Letztendlich konnte ich es nicht mehr ertragen, diese Szene zu sehen und drehte mich weg. Weinend und von Schluchzen erschüttert, sank ich auf den Boden einer Ecke, die frei von dem herumliegenden Müll war.

Die Seelenqual war zu groß, dass ich sie ertragen konnte. Mein Körper war von Krämpfen geschüttelt… und ich vergaß völlig mein eigentliches Anliegen, den Weg nach draußen zu finden.

Ich war im Schock, überwältigt von Schmerz und Seelenqual, unfähig zu denken, oder irgendetwas anderes zu tun, als meine Hände, stöhnend vor Schmerz, zu wringen.

„Warum beschmutzt sie sich selbst? Warum wacht sie nicht über ihrer Reinheit? Warum ist sie intim mit so einem Mann… ihre Schönheit und Jungfräulichkeit an den Falschen verschwendend?“

Ich vergaß die Welt um mich herum, verzehrt von tiefem Gram und Trauer, wegen dieser Frau, die ich gesehen hatte.

Plötzlich hörte ich ein quietschendes Geräusch einer Tür. Ich blickte auf und zu meiner großen Überraschung, sah ich diese Frau in der Tür stehen. Lächelnd winkte sie mir mit der Hand zu, dort heraus zu kommen und so stand ich auf und ging zu ihr.

Sie war nun mit einem mantel-ähnlichen Gewand, ähnlich einem Poncho, bekleidet. Es hatte eine weiß-beige Farbe und war aus Wolle gewebt. Dunkelbraune, grüne und blaue Streifen liefen durch den Stoff.

Im Sonnenlicht stehend sagte sie zu mir: „Ich bin nun bereit! Komm, lass uns gehen!“

Als ich aus dem Turm herauskam, sah ich, dass das Haupttor nun geöffnet war und freie Sicht auf einen gewundenen, geebneten Weg gab, der von dem Gebäude wegführte.

Auf diesem Weg liefen andere Menschen vor uns und andere folgten nach uns… alle zu zweit… und wir schlossen uns ihnen, auf demselben Weg gehend, an – Hand in Hand.


- Ende des Traums -

Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit, und alle seine Wege will ich eben machen. Er soll meine Stadt wieder aufbauen und meine Gefangenen loslassen, nicht um Geld und nicht um Geschenke, spricht der HERR Zebaoth.
Jes. 45, 13

Und ich will die Blinden auf einem Weg gehen lassen, den sie nicht kennen, auf Pfaden, die sie nicht kennen, will ich sie schreiten lassen. Die Finsternis vor ihnen will ich zum Licht machen und das Holperige zur Ebene. Das sind die Dinge, die ich tun und von denen ich nicht ablassen werde.
Jes. 42, 16

Und eine Straße wird dort sein und ein Weg; man wird ihn den heiligen Weg nennen; kein Unreiner wird auf ihm gehen, sondern er ist für sie; die auf dem Weg wandeln, selbst Einfältige, werden nicht irregehen.
Dort wird es keinen Löwen geben, und kein Raubtier wird zu ihm herankommen oder dort angetroffen werden, sondern die Losgekauften werden darauf gehen.
Und die Erlösten des Herrn werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen. Ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Wonne und Freude werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen werden entfliehen!
Jes. 35, 8-10



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