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Englische Version


Die Stimme des Hirten
Markus Piercy-Reins
















Das obige Bild zeigt uns einen Hirten umgeben von Schafen, die sich um ihn drängen. Daneben sehen wir verschiedene Schafgruppen, einige kleiner, andere größer, einige näher, andere weiter entfernt – manche so weit entfernt, dass es schwer ist, sie zur Herde des Hirten zu zählen.
Da gibt es noch ein einzelnes Schaf. Es hat seine ursprüngliche Herde verlassen, richtet nun den Blick auf den Hirten. Schritt um Schritt kommt es näher.

Vor einigen Jahren hat der HERR mir dieses Bild gegeben. Es zeigt den Zustand in der heutigen Gemeinde.

Die Gläubigen lieben es sich eng um einander zu scharen – ja, es hat schon einen Grund, warum Jesus das Bild „Schaf“ gebraucht, um uns zu charakterisieren. Genau wie Schafe sind wir „Herdentiere“ – wir suchen nach Führern und folgen ihnen.
Als Jesus sagte: „Meine Schafe hören meine Stimme und folgen mir; einem Fremden folgen sie nicht.“ (Joh. 10), bezieht ER sich exakt auf ganz normales Schafverhalten.
Wenn Schafe sich einen Führer gewählt haben, folgen sie ihm. Fremdem gegenüber sind sie argwöhnisch. Aber die Hauptsache ist es in einer guten Herde zu sein – jedes isolierte Schaf leidet – zwei Schafe sind das Minimum für eine einigermaßen glückliche Schafexistenz.

Wenn Schafe keinen Hirten haben, unterordnen sie sich dem stärksten Bock, um geführt zu werden – in einer guten Herde zu sein, sich nicht ums Futter oder den Weg kümmern zu müssen ist alles, was sie wünschen.
Wir wissen nun, dass, da ein natürlicher, normaler Mensch nichts von Gott vernimmt, er sich einen anderen Führer sucht – sein Herdeninstinkt sucht jemanden, der dieses Bedürfnis befriedigt.
Weil er keine Möglichkeit hat, den Hirten (Gott) zu sehen, sehnt er sich nach einer netten, sympathischen, gewinnversprechenden Herde, um sich wohl zu fühlen.

Dies ist der ursprüngliche Grund warum es heute verschiedene Sprachen, Völker und Staaten, sowie unterschiedliche Gesellschaftsschichten in unseren Gesellschaften gibt. Auch wenn es heute nicht mehr so explizit ausgeprägt ist wie vor ein paar hundert Jahren, sind die Auswirkungen des „Herdenverhaltens“ bis heute sichtbar.
Ein drastisches Beispiel sind die Hindus. Ihre Kasten sind ein offensichtliches Beispiel des Herdeninstinkts – mit allen negativen Begleiterscheinungen einer gefallenen Menschheit.

Als Jesus uns von der Sünde (Trennung von Gott) befreite, war es SEIN Verlangen wieder unser Hirte zu werden. ER wusste nur zu gut, wie wir funktionieren – ER wusste, dass der Mensch einen Führer braucht, ja, es ist SEIN Ziel der einzige im Leben eines Gläubigen zu sein.
Niemals mehr wird ER die Führung eines „Bockes“ akzeptieren. Schon im Alten Testament sehen wir, dass Gott unsere Verehrung mit Eifersucht sucht – es machte IHN zornig wenn ER sah, wie Israel IHN verneinte, um anderen Göttern und Menschen zu folgen.

Aber wir haben unsere Gewohnheiten – unsere Herdeninstinkte:
„Ich brauch doch eine „Herde“, in der ich bin. Oh, ja, die haben einen sympathischen, starken Leiter und ihr Programm ist interessant. Da ist immer eine tolle Stimmung und ich fühl mich so richtig wohl – ich werde zu ihnen gehen!“

Der Grund, warum es heute so viele Kirchen und Gemeinden gibt, ist genau der gleiche wie in anderen Gesellschaften – ganz normaler „Herdeninstinkt“ (Auch wenn er in diesem Fall mit frommen Argumenten „geschmückt“ wird!).

Auch wenn sie für sich beanspruchen „geistlich“ zu sein, zeigt ihr Verhalten, dass sie nicht einem Hirten folgen. Sie folgen „Böcken“ – aber nicht dem Hirten!

Würden sie in Wahrheit IHM folgen – gäbe es nur eine einzige Herde!

In dem Bild sehen wir verschiedene Schafgruppen, welche sich schon so weit entfernt haben, dass es ihnen nicht mehr möglich ist die Stimme des Hirten zu hören.
Obgleich sie immer noch auf der Weide des Hirten sind, haben sie den Kontakt zu IHM total verloren. Sie tragen immer noch den Namen des Hirten, aber ihr Leben zeigt keinen Unterschied mehr zum Leben derer, die unter der Sünde versklavt sind.
Sogar Praktiken und Lehren, welche dem Wort Gottes total widersprechen, sind heute keine Seltenheit mehr.

Manche sind näher und können den Hirten hören – aber sie ziehen die „Wünsche des Fleisches“ den „Früchten des Geistes“ vor. Eine Herde mit einem Führer zu bilden ist ihnen wichtiger als persönlich dem Hirten zu folgen:
„ Hast du Bruder XY gehört? Er ist ein vollmächtiger Mann Gottes! Er kennt den Willen Gottes! Und überhaupt, wie kann jemand solche Taten tun, ohne dass Gott mit ihm ist.“

Solche Gläubigen sind in der Regel äußerst peinlich berührt, wenn man sie mit dem persönlichen „ Hören der Stimme des Meisters“ oder mit „SEINEM Willen für mein Leben“ konfrontiert.
Sie ziehen die oberflächliche Befriedigung ihres Herdeninstinktes dem Reichtum einer persönlichen Beziehung zum HERRN vor:
„Wenn ich in der „richtigen“ Herde bin – belegt durch die besten Bibelkenner – dann ist es für mich genug!“

Aber was ist zu tun, wenn dich dieser Zustand nicht mehr befriedigt?

Schau dir das einzelne Schaf an!

Du musst es wagen gegen deine natürlichen Instinkte (Fleisch) zu handeln. Du musst es wagen, die Sicherheit und den Trost der Herde zu verlassen und alleine zu sein – ohne sichtbaren Schutz.

Das einzige, was dir bleibt, ist der Hirte auf den Du unverwandt blickst. Man kann dies gut mit dem Verlassen des Bootes von Petrus vergleichen. Auch er wagte das scheinbar Unmögliche, blickte auf Jesus und ging auf ihn zu. Ja, auch als er den Blick abwandte und sank, war er nicht verloren – Jesus war bei ihm.

Und höre – ER, ja, ER allein, Dein HERR und Gott ist alles, was du brauchst.

Aber da draußen ist es gefährlich. Da gibt es gefährliche Wölfe und du wirst ihr Heulen hören.
Aber du wirst nie den Hirten erreichen, wenn du es nicht wagst deine „alte Natur“ zu überwinden und (...) auf IHN zu zugehen.

Jesaja 52, 11-12

Weicht, weicht! Geht von dort hinaus, rührt nichts Unreines an! Geht hinaus aus ihrer Mitte, reinigt euch, die ihr die Geräte des HERRN tragt!
Denn nicht in Hast sollt ihr ausziehen und nicht in Flucht weggehen. Denn der HERR zieht vor euch her, und eure Nachhut ist der Gott Israels.

Wenn du die fleischliche Herde mit dem Wunsch verlässt, näher bei deinem Meister zu sein, wird der HERR dich beschützen.

Du wirst dich der Einsamkeit, der kalten, dunklen Nacht stellen müssen. Du wirst das Geheul der Wölfe hören, aber dein Gott wird über dir wachen – unsichtbar wird ER sowohl vor als auch hinter dir gehen.

Diese Zeit der Einsamkeit wird ein Ende haben – Schau dir nur den Hirten an!

Schau dir nur die Schafe an! Sie schauen alle nur zum Hirten – ER ist alles, was sie wollen.
Und während sie sich um IHN drängen, drängen sie sich auch enger aneinander!

Und hier haben wir das Prinzip wahrer geistlicher Bruderschaft!

Menschliche Beziehungen sind nicht mehr wichtig (2. Kor. 5, 16). ER ist unser einziges Ziel – und dies wird uns unserem Bruder oder Schwester näher bringen. Wir werden eins im Geiste sein – und nicht auf der Basis menschlicher Einheit.
Diese Gemeinschaft wird uns nie, der Einheit wegen, „faule Kompromisse“ abverlangen.
Diese Bruderschaft ist die wahre Bestimmung von Gottes Gemeinde hier auf dieser Erde.

Spürst du jetzt in dir das Verlangen nach dieser Gemeinschaft? Dann komm und wage es das Gebäude fleischlichen Glaubens zu verlassen.

Wage es eine Zeit alleine zu sein – Dein Meister wird dich nie verlassen!

Der Ruf ergeht:

Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt!
Denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. Offenbarung 18, 4-5

Der Heilige Geist mahnt sehr deutlich, die toten Werke menschlichen Schaffens zu verlassen. Es ist die Zeit des Gerichtes und nur das, was wirklich auf den Felsen (Jesus) gegründet ist, wird stehen bleiben.

Es weht ein Wind vom Angesicht Gottes, der sich nicht aufhalten lassen wird. Schon heute sieht man mehr und mehr, wie Gemeinden und christliche Werke plötzlich aus verschiedensten Gründen kollabieren.
Oft wird dies als ein Angriff Satans gedeutet, aber es ist eine von Gott gewollte Aktion.

Wenn Gott mit Israel ins Gericht ging und zuließ, dass der Tempel zerstört wurde - warum sollte ER es mit SEINEM jetzigen, verunreinigten Tempel (Gemeinde) nicht auch tun?

Verlasse die toten Organisationen der Menschen! Gehe aus ihnen hinaus – habe nur deinen Meister und HERRN vor dir.
Erlaube nicht Menschen, den Platz deines Hirten einzunehmen! Erlaube deiner Liebe zu IHM, deine Furcht vor Einsamkeit und Gefahr zu vertreiben.
Komm heraus! Es ist Zeit zu gehen! Du bist berufen die Gefäße des HERRN in Reinheit zu tragen.

Du wirst Menschen finden, in deren Herzen das gleiche Feuer brennt, die ihr Leben in Christus verloren haben und die nur eine verzehrende Leidenschaft haben - näher, näher zu IHM.

Wenn du in der Einsamkeit der Wüste gelernt haben wirst, wirst du eine Gemeinschaft erleben, von der du im Geheimen geträumt hast – eine Gemeinschaft in Wahrheit, welche dich näher zu IHM bringt.


AMEN


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