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"Meine Worte werden nicht
vergehen", sagt Jesus Christus. Die Bibel ist das umfassende Wort
Jesu Christi. Mehr bekommen wir nicht. Weniger haben wir nicht.
Gottes Wort den Völkern ist auch im 101. Jahr unserer Mission unser
Motto und Programm.
Es gibt nur eine einzige Methode wirksam zu evangelisieren: Gottes
Wort vollständig weitergeben, wahrheitsgetreu erklären und lebensnah
anwenden. Daran muss sich die ganze Arbeit messen lassen.
Mission von gestern
Mittlerweile spüren Missionswerke die Veränderungen in den
Gemeinden. Gemeinden verlangen auch von den Missionen Unterhaltung,
unzählige spannende Projekte und moderne Aktionen.
Diese Erwartungen beschäftigen mich. Soll das unser Weg sein?
Die unheimliche Verfolgung
In unseren Arbeitsgebieten in Osteuropa werden wir konfrontiert mit
einer Gemeinde Jesu, die jahrzehntelang nur das Wort hatte. Die
Kommunisten versuchten mit aller Kraft den Christen die Bibel
wegzunehmen. Die Herrscher von damals sind vergangen. Die Gemeinde
lebt. "Meine Worte werden nicht vergehen!"
"Ach hätten wir doch die Verfolgung wieder!" Dieser Wunsch eines
Bruders in einer alten Gemeinde in Osteuropa, den er mir bei einem
Besuch mit Tränen in den Augen mitteilte, hat mich aufgerüttelt.
Gemeinden, die im Kommunismus durch die Verfolgung stark im Herrn
wurden, verlieren nun scharenweise die Geschwister durch die
Einflüsse aus dem Westen. Was der Kommunismus nicht fertig brachte,
das Wort Gottes wegzunehmen, geschieht nun mit modernen
Gemeindeprogrammen verbunden mit dem Materialismus.
Ich sehe eine Tendenz: Christentum als Unterhaltung. Christentum als
Spaß-, Show und Sportprogramm. Nachfolger Jesu werden infiziert mit
dem Erfolgs- und Attraktivitätsvirus westlicher Gemeinden. Wer kann,
wacht auf und verschließt sich diesen verführerischen Einflüssen. Es
gibt große landstriche unserer Welt, z.B. China, die in den letzten
Jahren ein unglaubliches geistliches Wachstum erlebt haben, die sich
aber den Einflüssen aus der westlichen christlichen Welt
verschließen.
Fehlende Bibelkenntnis
Der Versuch, bei mehr Menschen Aufmerksamkeit zu erzielen,
Veranstaltungen zu füllen und von der Welt akzeptiert zu werden, hat
in den westlichen Gemeinden zu einer Reduzierung der Botschaft der
Bibel geführt. Viele Texte aus der Bibel werden einfach weggelassen,
weil sie die Leute abschrecken.
Es entstehen Gruppen und Gemeinden, die eins gemeinsam haben: eine
erschreckende Bibelunkenntnis. Christen kennen das Wort Gottes nicht
mehr. Bibeln sind im Gepäck von vielen Gemeindebesuchern nicht mehr
zu finden. Das einfache Aufschlagen von Bibelstellen gerät zu einem
peinlichen Fingersuchspiel.
Der Angriff aus der Gemeinde
Mir scheint: Das Wort Gottes wird in unserer Zeit nicht zuerst von
der Welt, sondern von den Programmgestaltern der Gemeinde bekämpft.
Pastoren müssen gute Entertainer sein. Der Gottesdienst ist die
Fortsetzung der Samstagabend-TV-Show.
Prediger, die nicht in kurzen, abwechslungsreichen und kurzweiligen
Worten die Zuhörer vom Schlaf abhalten können, gelten als
langweilig. Es wird nicht mehr der Inhalt beurteilt, sondern die
Darbietung.
Theater, Pantomime, Zaubertricks, Anbetungstänze, psychologische
Themenkurzpredigten und anderes drängen die Wort-Gottes-Predigt an
den Rand.
Wie unerträglich muss es in Gottes Ohren klingen, wenn sein
inspiriertes Wort durch fade, gehaltlose menschliche Worte ersetzt
wird. Bitte verstehen Sie mich richtig: Ich bin für Kreativität und
für das Einbringen der verschiedenen Gaben in die Gemeinde. Ich rede
nicht der Einfallslosigkeit, der Eintönigkeit und dem "Es war schon
immer so" das Wort. Es geht um die Vorrangstellung des Wortes
Gottes.
Erfolg durch Menschen
Gemeindeleiter durchforsten heute säkulare Marketingbücher, um neue
Gemeindewachstumsstrategien zu finden. Technische Fragen brauchen
heutzutage bei einer Evangelisation mehr Zeit, Kraft und Geld als
geistliche Vorbereitungen.
Es scheint, dass die neuen Methoden effektiver sind, weil sie mehr
Menschen für den Augenblick anziehen. Die Veranstalter sehen viele
Besucher und beurteilen ihre Methode als gut. Das Vertrauen in das
Wort Gottes und in die Predigt dieses Wortes passt nicht in die
moderne Suche nach ständiger Abwechslung.
Es scheint, dass der Unterhaltungswert von Veranstaltungen wichtiger
wird als die Predigt des Wortes Gottes.
Ist die Kraft des Wortes Gottes unter Evangelikalen abgelöst worden
durch das Vertrauen auf menschliche Stärke?
Man setzt auf menschliche Größe und die Kraft organisierter
christlicher Einheit. Man glaubt, dass geschickt inszenierte
Veranstaltungen Veränderungen bringen. Veränderungen wohin?
Keine Marketingarbeit
Aus gut gemeinten missionarischen Motiven heraus versuchen
Gemeinden, der Welt auf Augenhöhe zu begegnen.
Das Programm der Welt wird in die Gemeinden geholt, damit die Welt
für die Gemeinde gewonnen wird.
Die Mission führt keinen Wettkampf mit der Welt. Es geht nicht
darum, Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern das ganze Wort Gottes
klar und eindeutig zu verkündigen. Verkündigung des Wortes Gottes
ist eben keine marktschreierische Angelegenheit. Es geht nicht
darum, Produzenten und Kunden zufrieden zu stellen. Mission ist
keine geschickte Methode, Zuhörer mit menschlichen Mitteln zu
bekehren. Mission vertraut der göttlichen Souveränität, dass sein
Wort Leben schafft, damals wie heute.
Wir sind Licht der Welt durch unsere Andersartigkeit.
Der Versuch, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen durch die
Ansicht, wir seien im Grunde genommen ihnen ähnlich, ist ein
Trugschluss. Auch können ind dürfen wir das Wort Gottes nicht so in
Watte packen, dass es den Zuhörern Spaß macht und das alles als
Unterhaltung empfunden wird.
Die Welt wird niemals Freude haben am Wort Gottes. Es gibt in der
Welt keine Anerkennung des Wortes Gottes und deshalb auch keine
Anerkennung der Missionare. Nur Gottes Geist schafft aus diesem Wort
Erkenntnis von Schuld und Sünde sowie Erkenntnis der Gnade Gottes.
Ablehnung
Weil es Christen im Westen mehr und mehr spüren, dass die Zustimmung
der Welt fehlt, werden sie irritiert. Auf ablehnende Kritik der Welt
reagiert man in der Gemeinde pikiert. Wenn die Gegner des
Evangeliums behaupten, man gehöre zu den Leuten, die die "Bibel so
wörtlich nehmen, wie die islamischen Fundamentalisten ihren Koran“,
setzt man alles daran, den "schlechten Ruf" wieder gut zu machen.
Wenn der Vorwurf erhoben wird, man wolle „die Leute bekehren",
spricht man von Missverständnissen und vergisst, dass das Evangelium
von Jesus Christus keine Zustimmung von der Welt bekommen kann.
Christen leben in der Welt gut und vorbildlich. Sie bleiben aber
letztlich immer unattraktiv, weil ihre Botschaft den Geist der Welt
angreift.
Das Wort verstecken
Man kann das Evangelium so sehr in soziale Aktionen verpacken, dass
es so stark verwässert wird, dass praktisch kein Unterschied mehr
zwischen einem muslimischen, buddhistischen oder christlichen
Missionar erkennbar ist. Brötchen bringen alle. Das Wort Gottes
können nur Christen bringen. Vorrang hat das Wort.
Top und Flop
Bevor nicht alle das Wort Gottes wenigstens einmal gehört haben,
verzichten wir auf Veränderung unserer Methode: Gottes Wort den
Völkern.
Die bloße Verkündigung des Wortes Gottes wirkt langweilig und wenig
zeitgemäß. Bibeln in den Sprachen der Völker unter die Menschen zu
bringen scheint Missionsarbeit von gestern zu sein.
Programme, wie die in vielen Ländern der 3. Welt bewährte
Emmausarbeit, die zum intensiven persönlichen Bibelstudium führt,
gilt für westliche Christen als eintönig.
Die Erkenntnis, dass nur das Wort Gottes Menschen neu machen kann,
fehlt mehr und mehr. Missionswerke und Gemeinden kommen und gehen.
Worte und Programme von Menschen sind heute Top und morgen ein Flop.
Die Worte Jesu bleiben bestehen.
Treu sein
Wir müssen treu sein und nicht erfolgreich. Wir messen die
Wirksamkeit unserer Arbeit nicht an dem Ergebnis, sondern an der
Tatsache, dass wir Gottes Wort weitergegeben haben. Es geht nicht
darum, ob unsere Arbeit funktioniert oder Erfolg hat.
Die Richtigkeit der Verkündigung des Wortes Gottes zeigt sich oft
gerade darin, dass es keine Zustimmung erfährt.
Die Reaktion der Mehrheit ist kein Beweis für Echtheit. Erfolg ist
kein Hinweis auf Vertrauenswürdigkeit und Wahrheit. Die ständige
Suche modern und attraktiv für die Welt zu sein, macht die
Mitarbeiter und letztlich auch die Zuhörer müde.
Fragen
Jesus Christus hat seinen Nachfolgern aufgetragen, sein Wort
weiterzugeben. Es ist Jesus Christus selbst, der durch sein Wort
Frucht schafft, ganz gleich, wie wir es weitergeben. Es gibt viele
Missionsmethoden in unserer Welt.
Wir müssen uns prüfen an den Fragen: Haben wir sein Wort
weitergegeben oder etwas anderes? Ist unsere Präsentation geeignet,
die Zuhörer davon zu überzeugen, dass wir Gottes Wort verkündigen?
Werden durch die Verkündigung des Wortes Gottes Menschen und
menschliche Einrichtungen geehrt oder wird der Blick auf Jesus
Christus selbst gelenkt?
Hilft die Verkündigung, dass die Zuhörer das ganze Wort Gottes
kennen lernen und nicht nur Teile daraus?
Hilft die Art und Weise der Darstellung, das Evangelium mit dem
nötigen Ernst zu vermitteln. Es geht um Tod und Leben!
Hilft die Darstellung des Evangeliums, dass der Zuhörer merkt, dass
es nicht um Spaß und Unterhaltung, um etwas Gemütliches und
Vergnügliches, um Theater und Lebenshilfe geht, sondern um eine
Angelegenheit von äußerster Wichtigkeit?
Gemeindearbeit ohne Geld
Bei meinen Besuchen auf unseren Arbeitsfeldern habe ich mich schon
manches Mal gefragt: Was bliebe denn in unseren Gemeinden übrig,
wenn uns das ganze Geld genommen würde und wir nur noch unser Leben
und die Bibel hätten, so wie unzählige Christen in der Verfolgung?
Wenn das geschähe, reduzierte sich vieles auf das Wesentliche.
Was wir brauchen
Wir brauchen in unseren Gemeinden und Missionsarbeiten keine Clowns,
Entertainer und Marketingexperten.
Wir brauchen Männer und Frauen Gottes, die Gottes Wort hören, kennen
und weitergeben. Wir brauchen Predigt anstatt Unterhaltung.
Gebet anstatt menschliches Werkeln. Vertrauen, dass der souveräne
Gott durch sein Wort besser retten kann als durch unsere
Erfolgsmethoden.
Wir brauchen Gemeinden, die sich des Evangeliums nicht schämen.
Gemeinden, die wissen, dass sie missverstanden werden können, die
Ablehnung erfahren, weil Jesus Christus, ihr Herr, von der Welt
abgelehnt wurde.
Wenn alles das wegfällt, was wir versuchen, um uns für die Welt
attraktiv zu machen, kehren wir zurück zum einfachen Wort Gottes.
Zurück zur Lehre der Apostel. Zurück zum gemeinsamen Gebet. Zurück
zur Gemeinschaft der Heiligen. Zurück zum Brechen des Brotes als
Ausdruck dafür, dass der verspottete und gekreuzigte Jesus Christus
der Herr in unserer Mitte ist.
Der einzige Weg
"Ach hätten wir die Verfolgung wieder!" Ist das der einzige Weg,
dass wir wieder zurückkehren zum Wort Gottes?
Ja, die Worte unseres Herrn Jesus vergehen nicht. Sein Wort
ermutigt. Sein Wort schenkt uns Zukunft.
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